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Die Wirtschaftskrise: Geschichte, Gefahr und Chance

Die Euro-Finanzkrise ist immer noch nicht bewältigt.
Vorsorge und Aufsicht sind weiterhin erforderlich.
Risikovorsorge, Notfallpläne, Haftungsvermeidung sind Chefsache.

Gründe für die letzte Insolvenzwelle waren
  • der Wegfall von Aufträgen
  • Dominoeffekt
  • Unterkapitalisierung oder 
  • Banken prolongierten die Darlehn nicht mehr oder kündigten.
Auch Traditionsbetriebe waren betroffen.
Laut Prognose von Creditreform waren 510.000 Arbeitsplätze durch die Insolvenzen unmittelbar gefährdet.
Neben der Zahl der Firmeninsolvenzen sind auch die Verbraucherinsolvenzen um fast 50 % gestiegen auf 145.000 Fälle.

Mit Kreativität, Kompetenz und der richtigen Kommunikation können alle Krisen bewältigt werden. Krisen bieten auch Chancen für Verbesserungen und Innovationen.

Falls ein Insolvenzverfahren eingeleitet wird, ist die Zerschlagung keinesfalls der Regelfall. Es gibt auch Sanierungschancen innerhalb des Insolvenzverfahrens.
Eigenverwaltung, Insolvenzplan oder übertragende Sanierung kommen in Betracht und wurden schon oft erfolgreich praktiziert.

Die Manager von Sinn-Leffers haben z.B. zur Rettung ihrer Firma einen Insolvenzantrag mit Eigenverwaltung gestellt und bereits bei Insolvenzanmeldung ein detailliertes Sanierungskonzept (Insolvenzplan) vorgelegt, das sie mit versierten Insolvenzrechtlern erstellt hatten.
Bei einer Eigenverwaltung übernimmt der Insolvenzverwalter nicht das operative Geschäft, sondern nur die Aufsicht- ähnlich einem Aufsichtsrat einer AG. Der Insolvenzverwalter muss alle wesentlichen Vorgänge absegnen. Durch den Insolvenzplan soll der Erhalt des Unternehmens ermöglicht werden. Eine Insolvenz ist daher keine automatische Zerschlagung der Vermögenswerte.
Leider verzögern trotzdem viele Unternehmer und Geschäftsführer die eingetretene Insolvenz und zögern zu lange mit dem Gang zum Amtsgericht. Für eine Sanierung (gegebenenfalls in Eigenregie) ist es dann oft zu spät.
Wenn natürliche Personen in die Schuldenfalle geraten, gibt es durch die Insolvenzordnung Möglichkeiten, die Restschuldbefreiung zu erlangen. 

Die Krise birgt neben der persönlichen Haftung der Handelnden auch strafrechtliche Risiken.
Viele Geschäftsführer von GmbH´s oder AG´s kämpfen bis zuletzt um ihr Lebenswerk- bis zur letzten Patronenkugel. Wer jedoch eine Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) leitet, kann sich strafbar machen, wenn er die Insolvenzantragspflicht missachtet:
spätestens innerhalb von drei Wochen nach Feststellung der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung muss ein Insolvenzantrag gestellt werden. Wer dies verpasst, kann wegen Insolvenzverschleppung verurteilt werden.
Um in der Finanzkrise Tausenden von betroffenen Unternehmen zu helfen, wurde vom Gesetzgeber die Überschuldung auf unternehmerfreundlicher gestaltet:
bei positiver Fortführungsprognose muss nicht Insolvenz angemeldet werden.
Die Insolvenzantragspflicht gilt nicht bei einer Einzelfirma oder einer Kommanditgesellschaft mit einer natürlichen Person als Komplementär (Vollhafter).
Hier darf bis zur "letzten Patronenkugel" gekämpft werden. Jedoch drohen hier andere Risiken: Vertreuung von Arbeitnehmeranteilen der Sozialversicherungsbeiträge (§ 266a StGB), Eingehungsbetrug, Begünstigung von einzelnen Gläubigern, Bankrott ua.
Daher ist auch eine rechtzeitige Informationen über Risiken sinnvoll.
Eine rechtzeitige, kompetente Rechtsberatung  kann hohe Schäden vermeiden und spätere hohe Strafen und Verteidigungskosten sparen.

Weitere Infos zur Geschichte der Krise und was Sie beachten sollten:

Die Tulpenmanie von 1637
Der erste geschichtlich erwähnte Weltwirtschaftskrise und Börsencrash ging von der damaligen Weltmacht Holland aus und wurde die „große Tulpenmanie“ genannt. Holland war der Weltmarktbeherrscher für den Tulpenhandel und für Tulpenzwiebeln. In Holland wurde schon damals auf  Termin mit den asiatischen Importpflanzen spekuliert. Die Preise stiegen vor dem Crash astronomisch auf bis zu (umgerechnet)10.000 Euro pro Tulpenzwiebel mit besonders gutem Aussehen und möglichst seltener Farbzeichnung. Tausende hatten ihr Vermögen in Tulpenzwiebeln investiert- vom Grafen bis zum einfachen Handwerker. Viele glaubten daran, dass diese Preissteigerung immer anhält. Höchstpreise für eine einzelne Tulpenzwiebel  stellten das 40 fache des Jahreseinkommens eines Zimmermannes dar.Dann stiegen immer mehr aus und wollten sich ihre Gewinne sichern. Es entstand eine Verkaufspanik. Am 05.02.1637 brachen innerhalb kürzester Zeit die Kurse für Tulpenzwiebel um über 90 % ein. Der Absturz der Preise stürzte viele Spekulanten und Kaufleute in den Konkurs. Auch Künstler spekulierten, profitierten und stürzten. Das bekannteste Opfer damals war der Maler Rembrandt, der in Konkurs fiel. Sein Haus wurde versteigert. Nach diesem Crash folgte eine Depression der Wirtschaft und riss große Teile von Hollands Wirtschaft in die Tiefe. Das goldene Zeitalter von Holland verblasste.

Subprimekrise von 2007
Die Finanzkrise begann im Sommer 2007 mit der sogenannten Subprimekrise. In den USA gab es über viele Jahre eine Immobilienblase- die Preise stiegen immer weiter, weil die Nachfrage nach Immobilen weiter angekurbelt wurde. Dann folgte jedoch der Absturz der Immobilienpreise, da mehr und mehr Kreditnehmer mit geringer Bonität ihre Hausdarlehn nicht mehr befriedigen konnten. Tausende von Objekten wurden zwangsversteigert. Die Preise rutschten in den "Keller". Diese Subprimedarlehn an Tausende von Kunden wurden zusammengefasst als Finanzprodukte für Anleger. Hohe Renditeversprechen und tatsächlich jahrelange hohe Renditen machten viele Anleger blind. Der Preisverfall der Immobilien führte auch zu einem Absturz der Werte der Finanzprodukte. Auch diejenigen, die die Produkte produziert haben, kamen in finanzielle Schwierigkeiten. Manche gerieten in die Insolvenz. So die Investmentbank von Lehman Brothers. Sie brach am 15. September 2008 zusammen. Gleichzeitig übernahm das zweitgrößte US-Institut Bank of Amerika Merrill Lynch. Sie galt als der nächste Problemfall der Wall Street ( Handelsblatt Nr. 244 S. 25).

Von der Subprime zur Finanzkrise
Viele Banken- auch in Europa- haben solche Produkte gekauft und wurden damit in den Strudel gezogen. So wurde aus der Subprimekrise eine weltweite Finanzkrise. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds sollen sich die Verluste auf 1,3 Billionen belaufen. 
Durch die Finanzkrise können  Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Aufträge und Nachfrage brechen in vielen Branchen weg. Die Banken sind extrem vorsichtig geworden. Sie stufen Ausfallrisiken(Insolvenzrisiko) höher ein und erhöhen ihre Anforderungen an die Kreditnehmer. Wegen der Nichteinhaltung von Zusagen (Covenants) können die Banken die Kredite vorzeitig kündigen. Die Finanzkrise, Fehlspekulationen mit VW-Aktien und die Sorge um den Erhalt seiner Firmen hat den 1934 in Dresden geborenen Milliardär und Mulitunternehmer Adolf Merckle Anfang Januar 2009 in den Selbstmord getrieben. Nach dem Tod von Merckle droht der Zerschlagung der Unternehmensgruppe, vgl Süddeutsche Zeitung vom 8.01.2008 S.18.
 
Was muss beachtet werden und wie kann sich ein Unternehmen schützen? 
Oft folgen der Krise Insolvenzen im Abstand von 9-12 Monaten. 
1. Der klassische Unternehmenskredit wird teuerer werden
2. Reduzierung der Abhängigkeit von einzelnen Herstellern und Banken
3. Auf aktuelle Zahlen, Auswertungen und Jahresabschlüsse des Unternehmens achten
4. Beziehungen pflegen und verbessern
5. Eigenkapitalquote erhöhen und alternative Finanzierungsquellen erschließen z.B.Mitarbeiterbeteiligung, Beteiligung Dritter, Contracting
6. Vorsorge in Sachen Insolvenz (z.B. verlängerte Eigentumsvorbehalte, Bargeschäfte zur Vermeidung der Insolvenzanfechtung)
7. An der richtigen Stelle sparen - nicht sofort beim Personal
8.Verbesserung Forderungseinzug und Verringerung Ausfall
9. Schichten Sie Ressourcen und Personal um: der durch die Krise verursachte Nachfragerückgang führt zu Überkapazitäten in der Produktion. Man kann jetzt die Kapazitäten im Marketing und Verkauf erhöhen. Die Firma Würth hat während einer Krise 10 Prozent vom Innen- in der Außendienst versetzt
10. Nachfolgeplanung und persönliche Vorsorge (Testament, Vorsorgevollmacht, Pflegevollmacht, Absicherung Ehegatte, Kontovollmachten)
11. Bieten sie kreative Lösungen für die Krisenängste der Kunden: Rabatte locken keine Kunden mehr.

Wege aus der Schuldenfalle
Infolge der Finanzkrise steigt auch die Privatverschuldung und die Zahl der Insolvenzen natürlicher Personen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führt Erwerbslosigkeit am häufigsten zur Privatverschuldung. Sie beträgt ca. 30 Prozent und liegt geringfügig vor anderen Ursachen wie Trennung, Scheidung, Tod des Partners, Unfall etc.. Laut Statistik waren in 2008 6,9 Millionen Erwachsene zahlungsunfähig.
Durch die Insolvenzordnung wird redlichen Schuldnern die Chance gewährt, sechs Jahre nach Verfahrenseröffnung Restschuldbefreiung zu erlangen.

1. Welche Verfahrensart gilt?
Um den richtigen Weg aus der Schuldenfalle zu finden, muss vorab geklärt werden, welche Verfahrensart eigentlich einschlägig ist:
Verbraucherinsolvenz für diejenigen die z.B. angestellt sind oder Regelinsolvenz für diejenigen, die selbständig oder Unternehmen sind. Weitere Varianten z.B bei ehemaliger Selbständigkeit können mit dem Berater besprochen werden.

2. Welche Optimierungen gibt es?
Im Verbraucherinsolvenzverfahren kann durch einen erfolgreichen außergerichtlichen oder gerichtlichen Schuldenregulierungsplan die Normaldauer eines Insolvenzverfahrens mit Wohlverhaltensphase auf ca. 6 Monate verkürzt werden.
Beim Regelinsolvenzverfahren gibt es das Instrument des Insolvenzplans, um das Insolvenzverfahren beschleunigt zu Ende zu bringen, vgl. weitere Infos hier unter Stichwort Insolvenzplan.

3. Schuldnerberatung oder Fachanwalt?
Bei einfach gelagerten Fällen leisten die Schuldnerberatungsstellen (ca.950) gute Arbeit. Soweit Ehepartner und Immobilien von der Insolvenz betroffen oder besondere Probleme vorhanden sind, ist eine Beratung durch Fachanwälte sinnvoll oder erforderlich.
Die Schuldnerberatungsstellen beraten nicht Selbständige oder Unternehmen, also bei Regelinsolvenzverfahren.

4. Obliegenheiten
Bei einer Verbraucherinsolvenz muss zwingend ein außergerichtlicher Einigungsversuch durchgeführt werden, wenn man einen Insolvenzantrag einreichen will. Die Bescheinigung des Einigungsversuchs muss von geeigneter Stelle ausgestellt werden
Bei  Verbrauchern müssen amtliche Formulare verwendet werden.
Mit dem Insolvenzantrag müssen ein Einkommens- und Vermögensverzeichnis, Verzeichnis der Gläubiger, Abtretung des pfändbaren Teils des laufenden Einkommens an einen Treuhänder, Versicherungen der Richtigkeit der Angaben und Vollständigkeit ua. beim zuständigen Insolvenzgericht eingereicht werden.
Beim Regelinsolvenzverfahren gibt es keinen Formularzwang.
 
Wir stehen Ihnen mit Rechtsanwälten, Fachanwälten für Insolvenzrecht, Steuerberatern, Unternehmensberatern, Sanierern für Hilfestellung im Rahmen des Risikomanagements, Prävention, Beschäftigungssicherung, Kreditverhandlung, Sanierungsplan, Insolvenzplan, Eigenverwaltung, Umfinanzierung,  Sanierung gerne kompetent zur Seite.


Kulzer Hermann M.B.A.,
Rechtsanwalt, Insolvenzverwalter
Fachanwalt für Insolvenzrecht 
Fachanwalt für Handels-und Gesellschaftsrecht
Wirtschaftsmediator (Dresden International University)


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