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30.03.2017 Konfliktbewältigung ohne Niederlage und gewaltsame Kommunikation
Information I. Niederlagelose Methode der Konfliktbewältigung

Aus der Tradition heraus gibt es für viele Menschen nur zwei Methoden der Konfliktklärung:
  • Sieg oder
  • Niederlage.
Entweder der eine setzt sich durch, oder der andere.
Wer sich durchsetzt, ist der Gewinner- der andere der Verlierer.
Das passt wohl in einigen Fällen, wo es scheinbar keine Alternativen gibt. Es passt aber oft in der Familie, bei Gemeinschaften oder in der Firma.
Man muss auch mit dem sogenannten Verlierer weiterleben, weiterzusammenarbeiten oder dass nur das alte Sprichwort passt: "man sieht sich immer zweimal im Leben".
Es gibt zur traditionellen Konfliktbewältigung eine Alternative:
die niederlagelose Methode der Konfliktbewältigung.

Diese passt für
  • Eheleute,
  • Eltern-Kind-Konflikte,
  • streitende Kaufleute
  • Konflikte unter Mitarbeitern
  • Auseinandersetzungen unter Geschäftsführern
  • Streit unter Erben
  • Konflikte im Rahmen von Krise oder Insolvenz
Was ist das Besondere an dieser Methode?
Es geht um die Motivation und das Prinzip der Mitbestimmung.
Ein Mensch ist eher motiviert, eine Entscheidung in die Tat umzusetzen, wenn er an der Entscheidung beteiligt ist- wenn er sie mitgestalten durfte und er hinter ihr steht. 

Im Gegensatz dazu wird ihm die Entscheidung von der anderen Seite aufgezwungen; er fühlt sich überfahren, übervorteilt, ausgetrickst, übergangen oder gar betrogen. 

Der ausgeübte Zwang kann in den verschiedensten Formen vorkommen.

Das Ergebnis ist meist gleich.
Der andere fühlt sich unwohl, rebelliert oder wird krank oder formiert Bündnisse für den Kampf u.v.m.

Es gibt natürlich auch bei der alternativen Methode keine Garantien dafür, dass die gemeinsam vereinbarten Lösungsvorschläge immer sofort und nachhaltig umgesetzt werden.
Die Methode erhöht aber die Wahrscheinlichkeit einer Umsetzung erheblich.

Und manchmal gibt es gar keinen andern Ausweg, als die alternative Methode zu versuchen- dann nämlich, wenn es für eine Seite unerträglich ist. Bei der alternativen Methode werden Lösungen als eigene Ideen empfunden.
Man  wünscht sich viel mehr, dass sie funktionieren, wenn es etwas eigenes ist oder wenn man daran beteiligt ist.

Der Lösungsansatz ist daher: gemeinsam nachdenken und eine passende Lösung suchen. 

Diese Lösungen befriedigen meist mehr als ein Sieg- erst recht mehr als eine Niederlage. Voraussetzung ist eine Bereitschaft, die bisherige Konfliktkultur zu verbessern.
Voraussetzung ist ferner die Bereitschaft, die Bedürfnisse und Rechte des anderen zu respektieren.

Diese Methode baut nicht auf Macht auf oder eine Über- und. Unterordnung.
Die niederlagelose Methode der Konfliktbewältigung kennt
  • kein "Zurückschlagen"
  • kein Kleinkriegen,
  • keine Machtspielchen
  • kein Mobben.
Es gibt keine Angst, dass man zu etwas gezwungen wird, was man nicht will oder bestraft wird für etwas, was man nicht richtig gemacht hat.
  • Mitbestimmung,
  • Nachdenken,
  • Kooperation,
  • Chancen erkennen und nutzen
sind die maßgeblichen Schlagworte, die dieser Methode zuzuordnen sind.

Das Wichtigste ist aber: Durch diese Methode kommt man auf den Grund des eigentlichen Problems:
  • Was beunruhigt den Mitarbeiter, Eheparter oder das
    Kind, oder den Mitgesellschafter?

Diese Alternative stellt daher ein Problemlösungsinstrument oder -tool dar.

Es ist kein Zeichen von Schwäche oder eine unpraktikable Methode, weil sie viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt und man meist gar nicht die Zeit für solche "Spielchen" hat.

Die alternative Methode ist kein zeitraubendes Spielchen, sondern spart Zeit und Aufregung.

Wieviel Zeit und Energie geht denn verloren, wenn zwei Parteien immer wieder nach dem selben Muster streiten?
Wieviel Schaden wird in Firmen verursacht, wenn man sich in Kreisläufen des Konflikts gefangen hat?
Wieviel Zeit kostet es, sich darüber aufzuregen?

Auch die Änderung kostet Kraft und Zeit- weil man das nicht nach 10 Minuten umsetzen und ändern kann.
Es muss systematisch eingeführt und trainiert werden. Man hat es oft erst nach einigen Dutzend Wiederholungen verstanden und verinnerlicht.

Der Nutzen ist groß- in jeder Hinsicht: langfristig, nachhaltig, menschlich und wirtschaftlich.

II. Verfahrensweise (5 Fragen zu scheinbar "banalen" Konflikten)

1. Was ist der Konflikt?
Beispiel 1: Der Mitarbeiter will das Fahrzeug nicht fahren.
Beispiel 2: Das Kind will den Regenmantel nicht anziehen.

2. Was sind die Hintergründe und Interessen?
B:1 Das Auto bremst nicht mehr richtig. Der Mitarbeiter hat Angst
B:2 Der Regenmantel hat eine unmögliche Farbe. Das Kind schämt sich.

3. Was könnten mögliche Alternativlösungen sein?
B.1: Autoreparatur, Leihwagen ua.
B.2: anderer Mantel

4. Wie werden diese Alternativen von den Beteiligten bewertet?
B.1: freut sich mal neues Auto fahren zu können.
B.2: Kind freut sich mal Mantel der Mutter anziehen zu können, Später soll Regenmantel bei Kleiderkreisel getauscht werden.

5. Wie kann ein Lösungsvorschlag konkretiert werden?
B.1: Mitarbeiter bekommt Vollmacht Leihwagen ausleihen zu können.
B.2: Kind bekommt Regenmantel der Mutter, der dem Kind geföllt.

III. Gewaltfreie Kommunikation
Ebenso wirksam wie die Methode der niederlagelosen Konfliktbewältigung ist die gewaltfreie Kommunikation.

1. Kommunikation wie unter Wölfen?

Verbaler Krieg oder eine gewaltsame Kommunikation kommen überall vor:

  • in der Ehe
  • in der Arbeit
  • mit dem Nachbarn
  • unter Firmen
  • zwischen Staaten uvm.

Nach dem amerikanischen Psychologen und Konfliktforscher Marshall B. Rosenberg leben wir seit 8.000 Jahren in einer Wolfswelt mit einer Wolfssprache.
Es startet schon in der Kindheit. Sobald wir als Kinder das erste Mal hören: “Das ist gut, das ist schlecht” – von da an geht es nicht mehr um Bedürfnisse, sondern um Urteile, Vergleiche und Bewertungen. Wir werden von nun an programmiert nachzudenken, was andere über uns, wir über andere denken, um gegenseitig unser Verhalten zu beurteilen.

In der gewaltsamen Sprache wird

  • bewertet
  • klassifiziert 
  • alles interpretiert
  • alles kritisiert
  • analysiert
  • man weiß jederzeit, was der andere falsch macht
  • in jedem Satz findet sich ein "aber"
  • man hat immer Recht
  • der andere hat immer Schuld
  • man droht mit Strafen oder straft
  • Liebe wird als Druckmittel eingesetzt oder entzogen
  • Es gibt "Du-Sätze”
  • Regeln und Normen sind ganz wichtig
  • wenn der Kritiker selbst kritisiert wird, fühlt er sich sofort verletzt und nicht respektiert
  • Gegenattacken folgen
2. Ursachen und Folgen der gewaltsamen Kommunikation

Nach der Theorie der “Gewaltfreien Kommunikation” ist die Wolfssprache der missglückte Versuch, ein (in dem Moment nicht bewusstes) Bedürfnis auszudrücken.
Wir haben nicht gelernt unsere Bedürfnisse und Gefühle offen zu kommunizieren.
Wir erwarten, dass das Gegenüber sie selbstverständlich erkennen.

Wölfe/ Wölfinnen sind meistens mit sich und ihrer Umwelt in emotionalen, mentalen und verbalen Krieg. Wolfsverhalten ist eine permanente Quelle von Gewalt, Macht und Ohnmacht.

3. Das Gegenmodell: die gewaltfreie Kommunikation des Marshall B. Rosenberg

Marshall B. Rosenberg hat ein Gegenmodell zur gewaltsamen Kommunikation entwickelt: die gewaltfreie Kommunikation.
  • Sprache ohne Angriffe
  • Zuhören
  • Wer Frieden im Außen will, muss mit sich selbst im Reinen sein
  • Achtung der Gefühle 
  • Achtung der dahinter liegenden Bedürfnisse
  • Trennung von Beobachtung und Bewertung
  • Vorwürfe, Kritik und Beleidigungen werden nicht persönlich genommen, sondern werden übersetzt in Gefühle und unerfüllte Bedürfnisse
4. Technik der gewaltfreien Kommunikation: 4 Schritte
  • 1. Schritt: Beobachtung /Situation/ Auslöser
    Beobachten ohne zu bewerten. Was ist wertfrei passiert?
    Beispiel: Ich habe das Konzept nicht zu dem vereinbarten Termin von Ihnen erhalten.
  • 2. Schritt: Gefühl (Ich-Botschaft)
    Unterscheiden zwischen Gefühl und Gedanke
    Beispiel: Ich bin irritiert und beunruhigt
  • 3. Schritt: Bedürfnis
    Unterscheiden zwischen Wunsch und Bedürfnis.
    Beispiel: Ich brauche Verlässlichkeit und Effektivität bei der Zusammenarbeit.
  • 4. Schritt: Konkrete Bitte
    Unterscheiden zwischen Bitte und Forderung.
    Beispiel: Bitte halten sie künftig die Termine ein oder teilen mir rechtzeitig mit, wenn sich der Zeitplan ändert.

    4 Fragen sind daher von Bedeutung:
  • 1. Frage: Was beobachten wir?
  • 2. Frage: Was fühlen wir?
  • 3. Frage: Was brauchen wir?
  • 4. Frage: Was erbitten wir?

     

    Ich höre Ihnen gerne zu und unterstütze Sie bei der Konfliktbewältigung ohne Niederlagen und mit der gewaltfreien Kommunikation.

    Enden möchte ich mit einem Zitat von Jesper Juul, den ich sehr schätze: "Es reicht nicht über uns selbst zu sprechen, wenn wir uns weiterentwickeln wollen. Wir müssen uns einem anderen Menschen gegenüber äußern, der die Fähigkeit besitzt zuzuhören.“ .


    Hermann Kulzer MBA
    Wirtschaftsmediator (uni DIU),
    Fachanwalt

    Dresden, Berlin, Augsburg

    Glashütterstraße 101a,
    01277 Dresden

    0351 8110233
    Fax: 0351 8110244

    kulzer@pkl.com

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Verfasser: Hermann Kulzer MBA, Wirtschaftsmediator, Rechtsanwalt
 
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