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25.10.2017 Erfolgreiche Sanierungsberatung durch qualifizierte Berater
Information 1. Ziel der Sanierungsberatung ist die wirtschaftliche Existenzsicherung des Unternehmens, des Unternehmers und seiner Familie Der Sanierungsberater unterstützt die Eigentümer und die Geschäftsleitung bei der Reorganisation und Entwicklung des Unternehmens im normativen, operativen und strategischen Bereich. Der qualifizierte Sanierungsberater kommuniziert geschickt, hat Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz und hilft bei der systemischen  Organisationsentwicklung, der Umsetzung von Strategien und Maßnahmen.

2. Grundlagen
Die Sanierungsberatung erfordert umfassende Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen des Sanierungsberaters. Dieser kann Unternehmensberater, Fachanwalt oder Steuerberater sein.
Die Sanierungsberatung umfasst als Nebenleistung der wirtschaftlichen und sozialen Beurteilung auch zahlreiche Aufgaben und Rechtsdienstleistungen i.S.d. § 5 RDG, unter anderem:
2.1. Analyse und Beurteilung der Insolvenzreife
2. 2. Verhandlungen mit Gläubigern, Abschluss von Vergleichen (Ratenzahlungsvereinbarungen, Stundungen)
2 3. Erfassen von Verbindlichkeiten und Ansprache von Gläubigern, Arbeitnehmern, Inhabern von Sicherungsrechten
2.4. Prüfung von Haftungsansprüchen
2.5. Aufklärung der Mandanten über die Voraussetzungen, den Ablauf und die Vor- und Nachteile der verschiedenen Arten eines Insolvenzverfahrens
2.6. Begleitung im Insolvenzverfahren, Führen von Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter oder Sachwalter
2.7. Verhandlungen mit den Finanzämtern und Sozialversicherungsträgern
2.8. Aufklärung der Unternehmensorgane im Hinblick auf die hieraus resultierenden Pflichten

3. Verfahrensweise der Sanierungsberatung
  • Analyse
  • Diagnose
  • Konzeption
  • Umsetzung
  • Kontrolle der Sanierungsmaßnahmen
unter Beachtung aller betrieblichen und privaten Ursachen- und Wechselbeziehungen.
Die Sanierungsberatung ist vergangenheits- und zukunftsorientiert.
Aus der Vergangenheit werden Erkenntnisse abgeleitet. Es gilt Risiken zu vermeiden und die Zukunft zu planen, die Existenz zu sichern und Chancen, Kompetenzen und Ressourcen zu nutzen.  Der Sanierungsberater ist unabhängig.
Zur Erreichung der zentralen Ziele der Sanierungsberatung sind klare Absprachen erforderlich und wirtschaftliche und soziale Veränderungen zum Nutzen des Auftraggebers zu bewirken.
Die klare Absprache der Ziele, der gegenseitigen Erwartungen sowie des Beratungsrahmens sind notwendig.

4. Ablauf
4.1. Auftragserteilung
Im Rahmen des Sanierungskonzeptes müssen Auftraggeber, Auftragnehmer, Auftragsinhalt, Erwartungen und Kosten klar abgefragt, definiert und schriftlich fixiert werden. Sanierungsberater berechnen angemessene Honorare, die vor Beginn der Beratungstätigkeit mit dem Mandanten vereinbart werden. Manchmal sind Förderungen möglich, die jedoch vorher zu beantragen sind. Es besteht meist kein Rechtsanspruch auf eine Förderung. Der Berater kann eine Förderung also nicht garantieren.
Der Auftraggeber erhält mit der Abrechnung einen ausführlichen Beratungsbericht.
4.2. Inhalt eines Sanierungskonzepts
  • die wirtschaftliche Ausgangslage
  • die Analyse von Krisenstadium 
  • Voraussetzungen der Sanierungsföhigkeit 
  • Analyse der Krisenursachen (Unternehmenslage, Umfeld, Branchenentwicklung, interne Unternehmensverhältnisse) 
  • Lösungsvorschläge und Auswirkungen 
  • Maßnahmen zur Bewältigung der Unternehmenskrise (Handlungsplan für den Auftraggeber)
Nur auf Grundlage dieser Kernbestandteile kann eine Aussage zur Sanierungsfähigkeit abgeleitet werden. Die Beurteilung nur einzelner Problembereiche und Maßnahmen reicht hierfür nicht aus. Es muss eine vollumfängliche Betrachtung, Analyse und Bewertung erfolgen.

4.3. Planungen
Prognosen und Planungen müssen überwiegend wahrscheinlich, plausibel und aus Sicht eines ordentlichen und gewissenhaften Kaufmanns nachvollziehbar sein. Die Plausibilität ist mit Hilfe von Branchenkennzahlen, Kostenanalysen und Erfahrungswerten mit den tatsächlich zu erwartenden Verhältnissen abzustimmen.
Die Planung setzt sich in der Regel aus den folgenden Teilen zusammen:
  • Ertragsplanung
  • Bilanzplanung 
  • Liquiditätsplanung 
  • Kapitaldienstfähigkeitsberechnung 
  • Finanzierungsplanung 
  • Kapazitätsplanung
  • Kennzahlen-Planung
  • Die Erfolgswahrscheinlichkeit des Vorhabens ist zu untersuchen. Vergangenheitsbezogene Informationen bilden hierbei eine wichtige Grundlage für die Ableitung künftiger Annahmen.
4.4. Konzepterstellung und Empfehlung
Jedes Sanierungskonzept hat die individuellen Risiken und Chancen unter Berücksichtigung bestimmter Standards z.B. IDW oder die Richtlinien zur Erstellung von Sanierungsgutachten (KFS) zu berücksichtigen und aufzuzeigen.
Im Rahmen der Konzepterstellung erhält der Kunden Empfehlungen, ein Controlling-instrumentarium (Zahlungsfähigkeit, Überschuldung, Fortführungsprognose) bzw. ein Sanierungsmanagement zu installieren und regelmäßige Soll-Ist-Vergleiche durchzuführen. 

5. Dokumentation
Alle zusammengetragenen Informationen zum jeweiligen Sanierungsfall, die erarbeiteten Analyseergebnisse sowie das vollständige Sanierungskonzept werden schriftlich dargestellt. Dem Auftraggeber erhält nach Abschluss der Beratung ein vollständiges Exemplar des Beratungsberichts zur Verfügung gestellt. Der Beratungsbericht kann- bei entsprechender Freigabe durch den Sanierungsberater- auch Dritten z.B. Banken bzw. potentiellen Investoren eingereicht werden. Ohne Freigabe ist dies nicht zulässig.

6. Mustergliederung eines Sanierungskonzeptes nach KFS‐Standard
6.1. Aufgabenstellung und Zielsetzung
6.1.1. Aufgabenstellung
6.1.2. Haftungsbegrenzung- bzw. ausschluss
6.1.3. Verteiler und Vertraulichkeit/ Nutzbarkeit des Gutachtens
6.1.4. Beratungsdurchführung und Termine
6.1.5. Evtl. Förderung der Beratung
6.2. Bestandsaufnahme Unternehmen
6.2.1. Rahmenbedingungen
62.2. Geschäftsgrundlagen und Kernkompetenzen, Erfolgspotentiale
6.2.3. Rechtliche Verhältnisse und Geschäftsführung
6.2.4. Organisations- und Personalstruktur
6.2.5. Handlungsfähigkeit
6.2.5.1. Liquiditätsentwicklung
6.2.5.2. Operative Handlungsfähigkeit, Störfaktoren
6:2.5.3. Organisatorische Handlungsfähigkeit
6:2.6. Wirtschaftliche Verhältnisse
6.2.6.1. Bilanzentwicklung
6.2.6.2. Vermögensstruktur (Anlage- und Umlaufvermögen)
6.2.6.3. Kapitalstruktur (Eigen- und Fremdkapital; lang- und kurzfristig)
6.2.6.4. Verbindlichkeiten, Darlehen, Verschuldung
6.2.6.5. Forderungen, Halbfertige Erzeugnisse/Arbeiten, Werthaltigkeit
6.2.6.6. Ertragsentwicklung
6.2.6.7. Umsatz-, Kosten- und Ergebnisstruktur
6.2.6.8. Außerbilanzielle Verpflichtungen
6.3. Bestandsaufnahme Unternehmer / Gesellschafter
6.3.1. Vermögenssituation
6.3.2. Einkommenssituation
6.3.3. Private Verpflichtungen
6.3.4. Wirtschaftliche Verflechtungen
6.3.5. Unternehmensnachfolge
6.4. Analyse und Bewertung der Krise
6.4.1. Funktion des Systems „Unternehmen“ aus Sicht des Unternehmers
6.4.2. Funktion des Systems „Unternehmen“ aus Sicht des Beraters
6.4.3. Überschuldungsprüfung und ggf. Aufdeckung stiller Reserven
6.4.4. Zahlungsfähigkeit und deren kurzfristige Entwicklung
6.4.5. Finanzierung und Rating
6.4.6. Ursachen der Krise, Interpretationen
6.4.6.1. Unternehmensinterne Gründe
6.4.6.2. Gründe in der Gesellschafterstruktur
6.4.6.2. Strategische Gründe
6.4.6.3. Bereits längerfristig einwirkende/bestehende Gründe
6.4.6.4. Akute Gründe
6:4.6.5. Private Gründe
6.5. Lösungsvorschläge und Alternativen
6.5.1. Insolvenzantrag
6.5.1.1. Begründung
6.5.1.2. Zweckmäßigkeit
6.5.1.3. Konsequenzen (rechtlich und wirtschaftlich)
6.5.2. Liquidation
6.5.2.1. Voraussetzungen
6.5.2.2. Konsequenzen
6.5.3. Fortführung
6.5.3.1. Klassische Sanierung
6.5.3.2. Übertragene Sanierung (mit oder ohne Insolvenz)
6.5.3.3. Unternehmensleitbild und Geschäftsgrundlagen
6.5.3.4. Rechtliche Struktur, strategische Geschäftseinheiten, Organisation
6.5.3.5. Marketingstrategie (Zielgruppen, Wettbewerb, Perspektiven)
6.5.3.6. Geschäftsplan
6.5.3.7. Finanzierung, Gläubigerverzicht, Eigen- und Fremdkapital
6.5.3.8. Ergebnisplanung (Strategie)
6.5.3.9. Investitions- und Kapazitätsplan (Anlagen, Personal)
6.5.3.10. Kostenplanung, Kostenstrukturen (variabel, fix)
6.5.3.11. Umsatzplanung
6.5.3.12. Liquiditätsplanung und - steuerung
6.6. Handlungsplan
6.6.1. Projektstrukturplan
6.6.2. Maßnahmen und deren zeitliche Reihenfolge und Ablauf
6.7. Qualitätsmanagement
6.7.1. Nachhaltigkeit der Maßnahmen
6.7.2. Dokumentation und Rückverfolgbarkeit
6.7.3. Pflege der Geschäftsbeziehungen
6:7.4. Berichtswesen und Controlling
6.8. Zusammenfassung
6.8.1. Tragfähigkeit des Sanierungskonzeptes
6.8.2. Betreuung und Begleitung
6.8.3. Erfolgsgrundlagen
6.9. Vollständigkeitserklärung und Erklärung zur Unabhängigkeit des Gutachters


Quelle Mustergliederung ua.
Internetabruf vom 27.8.2014
BERUFSBILD KMU - Sanierungsberater vom 11.03.2013 erstellt von der Fachgruppe Sanierung für den Berufsverband „Die KMU-Berater Bundesverband Freier Berater e.V.
insoinfo
Verfasser: Hermann Kulzer MBA Unternehmensberater, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellscfhaftsrecht, Wirtschaftsmediator
 
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