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Thomas Cook
Zur Insolvenz des britischen Konzerns Thomas Cook:

Am 24.9.2019 hat der britische Konzern Thomas Cook, Europas zweitgrößtes Tourismusunternehmen, die Insolvenz eingeleitet und den Geschäftsbetrieb eingestellt. <

Thomas Cook hat 9.000 Mitarbeiter, davon ca. 4.000 bei Condor.
Über 140.000 Urlauber mit deutschen Veranstaltern von Thomas Cook sind von der Insolvenz betroffen.

Tochterunternehmen sind:
  • Neckermann
  • Öger Tours
  • Air Marin
  • Bucher Reisen
  • Condor. 
Zur Insolvenz der Tochterunternehmen
Thomas Cook firmiert in Deutschland unter Thomas Cook GmbH.
Nach der Insolvenzeinleitung der Konzermutter in England hat auch der deutsche Ableger am 25.9.2019 die Insolvenz eingeleitet. Ziel ist angabegemäß der Erhalt und die Sanierung des Unternehmens, das nicht Teil der Insolvenzmasse des britiscben Mutterkonzerns werden soll.
Vielmehr soll das Unternehmen eigenständig von der Mutter fortgeführt werden.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Ottmar Hermann bestellt.
Seine Aufgabe ist es jetzt die Gesellschaft fortzuführen und eine Zukunftslösung zu finden, wahrscheinlich mit einem neuen Investor.

24.09.2019 Thomas Cook ist insolvent. Haftung der Manager und der unabhängigen Reisebüros
Information Haftung der Manager von Thomas Cook und der Reisebüros?

Die Haftung der Versicherung von Thomas Cook ist auf 110 Millionen Euro gedeckelt.
Angesichts von 140.000 geschädigten Urlaubern bedeutet das einen Ersatz in Höhe von 700 Euro.
Nicht viel und wahrscheinlich ausreichend, wenn man beispielsweise schon 3.000 Euro anbezahlt hat.
Die Quote im Insolvenzverfahren dürfte auch übersichtlich sein - ich schätze diese mal auf weniger als 5 Prozent der anerkannten Forderungen.

Wer ersetzt daher den Ausfallschaden?

In Betracht kommt die persönliche Haftung der Manager von Thomas Cook - deren Haftpflichtversicherungen (D&O- Versicherungen)  und die Inhaber der Reisebüros.

Manager müssten persönlich den Gläubigern haften, wenn sie die Insolvenz verschleppt und den neuen Gläubigern dadurch Schaden entstanden ist.

Ob dies vorlag muss überprüft werden.
Die Manager können aus ihrem Privatvermögen unmöglich die voraussichtlichen Schäden in Millionenhöhe ersetzen.

Aber sind die Manager nicht auch abgesichert durch eine Haftpflichtversicherung?

Oft bestehen neben der Reiseausfallversicherung, die die Thomas Cook abgeschlossen hat,  für die Manager auch Haftpflichtversicherungen, sogenannte D&O-Versicherungen, die für fahrlässiges Handeln der Manager einstehen sollen.

Bei vorsätzlichem Handeln greift jedoch eine solche Haftpflichtversicherungen meist nicht.

Wenn die Manager die Insolvenzreife nicht erkannt haben, könnte dies allerdings greifen.

In Betracht kommt noch eine Haftung der Reisebüros wegen schlechter Beratung.

Haben die Inhaber der Reisebüros ihre Kunden beim Kauf der Thomas-Cook- Reise über die Risiken von Insolvenzen des Thomas Cook Konzerns hingewiesen?
Wurden entsprechende Hinweise in den Beratungsprotokollen vermerkt?

Gab es für die Reisebüro nicht schon vor Monaten klare Warnanzeichen?
  • Die Mitarbeiterzahl sank in den letzten Jahren stark.
  • Der Konzern hatte eine hohe Verschuldung von über 400 Millionen Euro
  • Der Konzern machte in den letzten drei Jahren hohe Verluste.
  • Der Aktienkurs von Thomas Cook war stark gefallen und betrug nur noch einen Bruchteil des Werte von 2010
  • Thomas Cook hatte keine neuen Produkte- darüber wurde schon lange berichtet
  • Die Zukäufe erfolgen ohne klaren Plan- darüber berichtete die Fachliteratur
Wie konnte ein solcher Konzern von Kunden noch hohe Vorauszahlungen vereinnahmen ohne diese Kunden entsprechend abzusichern?

Wenn ein Kunde nachweisen kann, dass die Reisebüros intern schon lange gewarnt wurden und er keinen Hinweis erhalten hat, droht die Haftung des Reisebüros.
Dies könnte zu einer Insolvenzwelle führen.
Für Fragen zur Haftung des Managements oder der Reisebüros stehe ich gerne zur Verfügung.
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Zur Pleite von Thomas Cook im Einzelnen:

1. Erst gab es die Pleite die Germania FluggesellschaftDie Berliner Fluggesellschaft Germania geriet Anfang 2019 in die Insolvenz. 
Die Fluggesellschaft hatte knapp 1.700 Mitarbeiter und flog jährlich etwa vier Millionen Passagiere.
Nach der Insolvenzeinleitung hat sie sofort den Flugbetrieb eingestellt.
Die Airline hatte mehr als 60 Ziele.Durch den Preiskampf der Anbieter konnte das Unternehmen nicht mehr rentabel arbeiten.

2. Insolvenz des britischen Konzerns Thomas Cook
Am 24.9.2019 hat der britische Konzern Thomas Cook, Europas zweitgrößtes Tourismusunternehmen, die Insolvenz eingeleitet und den Geschäftsbetrieb eingestellt.
Thomas Cook hat 9.000 Mitarbeiter, davon ca. 4.000 bei Condor.
Über 140.000 Urlauber mit deutschen Veranstaltern von Thomas Cook sind von der Insolvenz betroffen.

Tochterunternehmen sind:
  • Neckermann
  • Öger Tours
  • Air Marin
  • Bucher Reisen
  • Condor. 
3. Insolvenz der Tochterunternehmen
Thomas Cook firmiert in Deutschland unter Thomas Cook GmbH.
Nach der Insolvenzeinleitung der Konzermutter in England hat auch der deutsche Ableger am 25.9.2019 die Insolvenz eingeleitet. Ziel ist angabegemäß der Erhalt und die Sanierung des Unternehmens, das nicht Teil der Insolvenzmasse des britiscben Mutterkonzerns werden soll.
Vielmehr soll das Unternehmen eigenständig von der Mutter fortgeführt werden.

Zum (vorläufigen) Insolvenzverwalter wurde Ottmar Hermann bestellt.

Die Lohn- und Gehaltszahlungen der 2000 Mitarbeiter sind bis November 2019 über das Insolvenzausfallgeld abgesichert, das von einer Bank vorfinanziert wird, damit die Mitarbeiter bei Fälligkeit bezahlt werden können und nicht monatelang auf ihren Lohn warten müssen.
Das Unternehmen strebt eine Sanierung an.
Es soll verhindert werden, dass das Unternehmen Teil der Insolvenzmasse des britischen Mutterkonzerns wird.

Das Amtsgericht Bad Homburg hat auch vorläufige Insolvenzverwalter für die Thomas Cook Touristik GmbH und Bucher & Öger Tours GmbH bestellt.

Beim Ferienflieger Condor, ebenfalls eine Tochter des britischen Reisekonzern Thomas Cook, wurde durch das Insolvenzgericht Frankfurt nach einem Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung Lucas Flöther als vorläufiger Sachwalter bestellt.

Ziel dieses Verfahrens ist es in Eigenverwaltung die volle Unabhängigkeit von der Thomas Cook Group plc zu erlangen.

Der Geschäftsführer soll das Tagesgeschäft normal weiterführen.

Der Sachwalter soll die Geschäftsleitung überwachen.

Condor erhielt von der Bundesregierung einen Überbrückungskredit in Höhe von 380 Millionen Euro, um Weiterfliegen zu können. 
Condor sucht jetzt einen Investor oder neuen Eigentümer.


Bei Fragen zum Insolvenz- und Sanierungsrecht und zur Hafung stehe ich Ihnen als Fachanwalt für Insolvenzrecht und Handelsrecht gerne professionell zur Verfügung. 


Hermann Kulzer MBA
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht


Glashütter Straße 101 a
01097 Dresden
Kulzer@pkl.com;
Telefon: 0351 8110233.

Eine wichtige Norm im bürgerlichen Gesetzbuch:

651r BGB Insolvenzsicherung; Sicherungsschein

(1) Der Reiseveranstalter hat sicherzustellen, dass dem Reisenden der gezahlte Reisepreis erstattet wird, soweit im Fall der Zahlungsunfähigkeit des Reiseveranstalters
1. Reiseleistungen ausfallen oder
2. der Reisende im Hinblick auf erbrachte Reiseleistungen Zahlungsaufforderungen von Leistungserbringern nachkommt, deren Entgeltforderungen der Reiseveranstalter nicht erfüllt hat. Umfasst der Vertrag auch die Beförderung des Reisenden, hat der Reiseveranstalter zudem die vereinbarte Rückbeförderung und die Beherbergung bis zum Zeitpunkt der Rückbeförderung sicherzustellen. Der Zahlungsunfähigkeit stehen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Reiseveranstalters und die Abweisung eines Eröffnungsantrags mangels Masse gleich.
(2) Die Verpflichtungen nach Absatz 1 kann der Reiseveranstalter nur erfüllen 1. durch eine Versicherung bei einem im Geltungsbereich dieses Gesetzes zum Geschäftsbetrieb befugten Versicherungsunternehmen oder 2. durch ein Zahlungsversprechen eines im Geltungsbereich dieses Gesetzes zum Geschäftsbetrieb befugten Kreditinstituts. Der Reiseveranstalter muss ohne Rücksicht auf den Wohnsitz des Reisenden, den Ort der Abreise und den Ort des Vertragsschlusses Sicherheit leisten.
(3) Der Versicherer oder das Kreditinstitut (Kundengeldabsicherer) kann dem Reisenden die Fortsetzung der Pauschalreise anbieten. Verlangt der Reisende eine Erstattung nach Absatz 1, hat der Kundengeldabsicherer den Anspruch unverzüglich zu erfüllen. Er kann seine Haftung für die von ihm in einem Geschäftsjahr insgesamt nach diesem Gesetz zu erstattenden Beträge auf 110 Millionen Euro begrenzen. Übersteigen die in einem Geschäftsjahr von einem Kundengeldabsicherer insgesamt nach diesem Gesetz zu erstattenden Beträge den in Satz 3 genannten Höchstbetrag, so verringern sich die einzelnen Erstattungsansprüche in dem Verhältnis, in dem ihr Gesamtbetrag zum Höchstbetrag steht.
(4) Zur Erfüllung seiner Verpflichtungen nach Absatz 1 hat der Reiseveranstalter dem Reisenden einen unmittelbaren Anspruch gegen den Kundengeldabsicherer zu verschaffen und durch eine von diesem oder auf dessen Veranlassung gemäß Artikel 252 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche ausgestellte Bestätigung (Sicherungsschein) nachzuweisen. Der im Vertrag gemäß Artikel 250 § 6 Absatz 2 Nummer 3 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche genannte Kundengeldabsicherer kann sich gegenüber dem Reisenden weder auf Einwendungen aus dem Kundengeldabsicherungsvertrag noch auf dessen Beendigung berufen, wenn die Beendigung nach Abschluss des Pauschalreisevertrags erfolgt ist. In den Fällen des Satzes 2 geht der Anspruch des Reisenden gegen den Reiseveranstalter auf den Kundengeldabsicherer über, soweit dieser den Reisenden befriedigt.
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Verfasser: Hermann Kulzer MBA Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt für Insolvenzrecht.

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