insoinfo insoinfo
insoinfo
  |  Impressum  |  Kontakt  |  Fehlerinfo  |  zurück  |  
Home
Aktuelles/Beiträge
Angebote
Insolvenz- & Sanierungsrecht
Insolvenzrecht A-Z
Insolvenzplan als Chance
Immobilien
Formulare & Ausfüllhilfe
Standorte
Links
Webakte

Insolvenzrecht A bis Z
Risikomanagement
Risikomanagement
Risikomanagement ist die systematische Erfassung und Bewertung von Risiken sowie die Steuerung von Reaktionen auf festgestellte Risiken, Weber-Rey Compliance Aufbau-Management-Risikobereiche S.559. Risikomanagement läßt sich als Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung verstehen, vgl. IDW PS 340.4
Oder einfacher:
Alle relevanten Risiken und damit in Verbindung stehenden Maßnahmen werden von einer zentralen Stelle einheitlich und systematisch identifiziert, analysiert, bewertet, gesteuert und überwacht.
1. Risikosteuerung
Es gibt 5 Arten der Risikosteuerung: 
Risikovermeidung, Risikoverminderung, Risikobegrenzung, Risikoüberwälzung, Risikoakzeptanz.
2. Risikobewältigung
Die Risikobewältigung kann darin bestehen, den Einflussfaktor des Risikos zu beseitigen.
Die Risikosteuerung erfolgt durch Versicherung, Diversifikation (Risikostreuung und Risikoteilung), Sicherungsgeschäft, Strategieänderung oder Erduldung des Restrisikos.
3. Risikoidentifikation
Die Risikoidentifikation zielt auf die systematische und kontinuierliche Erfassung von Risiken ab.
4. Risikogruppen
Externe Risiken. leistungswirtschaftlichen Risiken, finanzwirtschaftliche Risiken und Risiken aus der Unternehmensführung, vgl. Peter Hommelhoff Handbuch Corporate Governance 2. Auflage  S. 450. 
5. Risikomanagementsystem
Eiin Risikomanagementsystem systematisiert und dokumentiert den Prozess der Risikoanalyse, Risikoidentifikation, Risikobewältigung und Risikosteuerung. Dies erfolgt durch Definition der Aufbau und Ablauforganisation und regelmäßige Steuerung und Überwachung.
Das Risikomanagementsystem besteht aus einem internen Überwachungssystem, Controlling und  Frühwarnsystem.
6. Frühwarnindikatoren
Frühwarnindikatoren sind Indikatoren, die frühzeitig Hinweise und schwache Signale für ein mögliches Risiko liefern. Überlicherweise werden Schwellenwerte definiert, ab denen sich ein Indikator im grünen, gelben oder roten Bereich (Ampelfunktion) befindet.
7. Risikomanagement-Prozess
Die wesentlichen Schritte des Risikomanagementprozesses sind Risiken zu 
• identifizieren,
• analysieren,
• bewerten und
• bewältigen
Ziel: Fähigkeiten aufbauen, um mögliche Symptome und Ursprünge von Krisen möglichst frühzeitig zu eruieren, einzuschätzen und falls notwendig zu eliminieren.
8. Risikoaggregation
Zielsetzung der Risikoaggregation ist die auf die Risikoanalyse aufbauende Bestimmung des Gesamtrisikoumfangs des Unternehmens bzw. der einzelnen Geschäftseinheiten sowie der relativen Bedeutung der Einzelrisiken

20.09.2014 Asset Protection: Rechtlich zulässige Gestaltungen zum Vermögensschutz
Information 1. Definition
Der rechtlich zulässige Schutz des eigenen Vermögens wegen schwer kalkulierbaren Risiken der beruflichen Tätigkeit vor dem möglichen Zugriff von Gläubigern, Ex- Ehegatten, Pflichtteilsberechtigten ua.. kurz: zulässige Störfallvorsoge.

2. No go und Leitsatz

Rechtlich zulässige Maßnahmen zum Schutz des Vermögens können nur im Vorfeld eines möglichen Haftungsfalls getroffen werden, nicht in bereits sich abzeichnenden Krisen- und Konfliktfällen. Wenn Maßnahmen zu spät - also bei bereits bestehenden Krisen oder Konflikten getroffen werden - können diese strafbar und anfechtbar sein.
Der Leitsatz lautet daher:
Es muss rechtzeitig gehandelt werden:
  • start early
  • keep it simple and 
  • don´t try to hide stuff from your creditors
3. Gründe für ein rechtlich zulässiges Asset Protection
  • Bedrohung des Vermögens durch unternehmerische Risiken
  • Risiken durch die Insolvenz des Vertragspartners
  • Erhebliches Insolvenzrisiko für Käufer bei ungesicherter Vorleistung
  • Pflichten ( z.B. Organisationspflichten) und Gefahren sind viel größer als früher und oft nicht versicherbar
  • Bedrohungen der persönlichen Vermögens durch betriebliche Haftungsrisiken
  • Bedrohung durch die Pfändbarkeit von Rückforderungsansprüchen
  • Gefahr der Pfändbarkeit von vorbehaltenen Rechten
  • Bedrohung durch Insolvenzanfechtung und das Anfechtungsgesetz
    - Anfechtung entgeltlicher Verträge mit Nahestehenden- 2 Jahre
    - Anfechtung bei vorsätzlicher Gläubigerbenachteiligung- 10 Jahre
  • Schenkungsanfechtung (vier Jahre als Sondertatbestand)
  • Bedrohung durch Trennung, Scheidung oder Erbfälle
  • Durchgriffsansprüche von Gläubigern
  • Doppelinanspruchnahmen bei Bürgschaften durch Bank und Verwalter
  • Trennung von Betriebs- und Privatvermögen
  • Haftung (direkt und indirekt) von Familienangehörigen
  • Sicherung der Existenzgrundlage
  • Mögliche Blockaden von Gesellschaftern und z.B. Mitgliedern einer Erbengemeinschaft
  • Rechtlich Regelungen sind nur außerhalb der Krise zulässig
  • Vollmachten erlöschen im Falle einer Insolvenz
  • Lösungsklauseln für den  Fall der Insolvenz nach § 119 InsO oft unwirksam
  • Strafrechtliche Risiken
    - vorsätzlicher Gläubigerbenachteiligung
    - betrügerischer Bankrott
    - Gläubiger- und Schuldnerbegünstigung ua)
    - Beihilfemöglichkeiten durch Steuerberater und Berater
  • Nachhaltige Sicherung der Existenzgrundlage
4. Betroffene Personen und Gesellschaften
  • Organe von Gesellschaften wie Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte
  • Freiberufler 
  • Unternehmer
  • Erblasser und Erben
  • Ehegaten
5. Bereiche von Asset Protection
  • Schutz der Familie
  • Schutz des Eigenheims z.B.
    - durch Schenkung (Beachte z.B. Schenkungsanfechtung)
    - Wohnrecht ua.
  • Haftungsvermeidung für Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsräte
  • Beschränkung der Haftung durch gesellschaftsrechtliche Gestaltungen
  • Bildung nicht pfändbarer Vermögenswerte
  • Nachfolgegestaltungen durch Testament, Vor- und Nacherbschaft und Pflichtteilsreduzierung
6. Wer kann helfen?
Vermögensschutz ist kein eigenes Rechtsgebiet sondern eine interdisziplinäre Gestaltung im Vorfeld von Krisen und Konflikten unter Zusammenwirken von Spezialisten für Vermögensschutz. 
Spezialiserte Fachanwälte z.B. für Insolvenzrecht und Gesellschaftsrecht bieten Asset Protection auf Grund langjähriger Erfahrungen unter anderem im
  • Schadensrecht
  • Gesellschaftsrecht
  • Handelsrecht
  • Insolvenzrecht
  • Steuerrecht
  • Zwangsvollstreckungsrecht
  • Wirtschaftsstrafrecht
7. Mögliche Maßnahmen von A-Z (Auszug)
  • Abfindungsregelungen (insolvenzfeste) bei Ausscheiden eines Gesellschafters
  • Altersvorsorge pfändungssicher
  • Antizipierte notarielle Anteilsübertragung gemäß § 15 Abs.3 GmbHG
  • Auffangregelung bei unwirksamen Ausgangsregelungen z.B. bei unwirksamer Abfindungsregelung
  • Ausnutzung nicht pfändbarer Vermögenswerte
  • Auflösende Bedingungen
  • Erbrechtliche Gestaltung
  • Familienrechtliche Gestaltung
  • Güterrechtliche Vereinbarung
  • Haftungsausschluss
  • Haftungsreduzierung
  • Haftpflichtversicherung
  • Lösungsklauseln (zulässige)
  • Nießbrauchsvorbehalt
  • Satzungsgestaltung vorbeugend
  • Sicherungsklausel
  • Störfallvorsorge bei der Vertragsgestaltung
  • Rückübertragungsanspruch
  • Vermögensübertragung mit Rückforderungsrechten
  • Vor- und Nacherbschaft
  • Vinkulierungsklausel zur Verhinderung des Eindringens Dritter in die Gesellschaft
  • Vormerkung
  • Zustimmungsvorbehalte
  • Zwangsabtretung in Satzung
HK
insoinfo
Verfasser: Hermann Kulzer MBA, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

zurück

 © Copyright Rechtsanwalt Hermann Kulzer Glashütter Straße 101a, 01277 Dresden, Telefon: 0351 - 8 11 02 11