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15.11.2017 Verhandeln mit System. Wie können Teams in 3 Stunden erfolgreicher werden?
Information Herzlich willkommen
zur Vorstellung  der ergebnisfokussierten Verhandlung (EFV)
in Unternehmen und Organisationen.

Wie können Teams in 3 Stunden arbeitsfähiger werden und positive Arbeitsergebnisse erzielen?
Mit der ergebnisfokussierten Verhandlung- einem System: ohne Tiefenpsychologie, ohne Schuldzuweisung, ohne Zeitverschwendung von Gruppenzeit und individueller Zeit.
Sondern zukunftsorientiert,
Blick auf das Team und das Ergebnis,
Blick auf einzelne Stärken und Schwächen
im festen engen Zeitfenster moderiert,
effektiv. ergebnisfokussiert, erfolgreich.

Probleme in Organisationen lassen sich nicht lösen, indem man "irgendwie" miteinander redet oder "irgendetwas" tut. Probleme in Teams lassen sich nicht lösen, wenn man eine methodisch nicht geleitete Teambesprechung ansetzt, in der die Probleme nur zerredet werden oder man irgendwelche Teamübungen macht. Das Team stimmt nicht mehr und die Teamarbeit- dadurch wird auch der Unternehmenserfolg beeinträchtigt. Es gibt keine Abgrenzung, was man besser alleine und was man besser im Team macht. Alles verschwimmt- der Antrieb und die Motivation, eigene neue Ideen umzusetzten oder gar einzubringen, schwindet. Nicht Überforderung durch die Arbeit- sondern Überforderung durch die Zusammenarbeit oder die Nichtzusammenarbeit. Teamzusammenkünfte werden so zu einer Qual.
Und: manchmal reicht schon ein einziger destruktiver Kollege, um das Niveau der Mannschaft zu drücken oder die Zusammenarbeit zu erschweren. Keiner hat Lust Trittbrettfahrer mitzuziehen. Oft spielen sich gerade diese in den Vordergrund und brüsten sich mit ihren Leistungen.

Das EFV-System ist eine systemische Organisationsberatung, die helfen kann, dass es zwischen Kollegen wieder klappt, wenn „Sand ins Getriebe“gekommen ist. Das EFV kann verhindern, dass sich „geschlossene Elfenbeintürme bilden“. Das EFH kann helfen, dass es keine ungewollte Aufspaltung oder Abgrenzung gibt . Das EFV wird durchgeführt von qualifiizierten Beratern- meist mir Mehrfachqualifikationen .


1. Auftragsklärung (Dauer 60 Minunten)


  • Situation

  • Vor-Versuche zur Klärung

  • Wunsch-Ergebnis<
  • Gibt es einen Plan B?

  • Ist der Plan B transparent?

  • Sind die Beteiligten reflexionsbereit und gibt es Bremser?

  • Ist das Führungsverhalten konfliktverschärfend?


2. Einführung (Dauer: 25 Minuten)


  • Was  ist eine "ergebnisfokussierte Verhandlung"?

  • Abgrenzung zur Mediation und Unterschiede

  • Das Eisbergmodell

  • Dynamik von Konflikten

  • Konflikteskalationsstufen von Friedrich Glasl

  • Erfolgsfaktoren eines Unternehmens

  • Führung: Prinzipien und Aufgaben


3. Prozessschritte (Dauer: 5 Minuten)


  • Auftragsklärung

  • Ergebnisfokussierte Verhandlung bei innerbetrieblichen Konflikten, Verhandlungen und zur Einzelstärkenermittlung

  • Gemeinsame Erfolgsfeststellung


4. Spielregeln und Rahmenbedingungen (Dauer 30 Minuten)


  • Zeitrahmen einhalten

  • Vertraulichkeit zusichern

  • Keine Bewertung

  • Parteilichkeit für das Kollektiv

  • Neutralität gegenüber dem  Individuum

  • Kein Eintauchen "unter den Eisberg"

  • Fragen nach Ross und Reiter

  • Belassen die Verantwortung bei den Beteiligten


5. Ergebnisfokussierte Verhandlung (Dauer: 3 Stunden)
5.1. Situation erfassen


  • Warum sind wir hier und was soll erreicht werden?

  • Was sind unsere Belastungen - Was stört oder örgert?

  • Was sind unserer Wünsche und was wäre der optimale Weg? Was sind meine Stärken und wo sieht man Potenziale und Chancen

  • Was sind die Widerstände/warum klappt es nicht?


5.2. Lösungen entwickeln


  • Was sind geeignete Gegenmaßnahmen und  Möglichkeiten die Zukunft trotz Hindernisse zu sichern?

  • Was ist mein Beitrag zum Erfolg. Was kann ich für das Team tun und was würde ich lieber alleine umsetzen?

  • Was ist mein Wunsch an andere? Wo sehe ich Stärken anderer?

  • Was ist der gemeinsame Handlungsplan?Was ist mein Handlungsplan?


Die Abrechnung erfolgt pauschal oder auf Stundensatzbasis.
Mit Vorbereitung, Auftragsklärung und Einführung dauert die ergebnisfokussierte Verhandlung 5 Stunden. Davon sind 3 Stunden Arbeit mit dem neuen Klärungssystem EFV in Ihrem Team.

Der Stundensatz beträgt 300 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
Eine ergebnisfokussierte Verhandlung kann auch pauschal abgerechnet werden. Wir freuen uns Ihnen ein konkretes Angebot unterbreiten zu dürfen, wenn wir Ihren Sitz kennen und Ihre Situation und einschätzen können, ob 1 Berater oder 2, oder gar 3 sinnvoll sind.

  • EFK stellt schnell die Arbeitsfähigkeit wieder her.

  • EFK verzichtet auf Psychospielchen

  • EFK ist ergebnisorientiert

  • EFK beschränkt Emotionen, um die Zeitvorgaben einzuhalten

  • EFK unterbindet Eskalationen

  • EFK hlft auch bei schwierigen Teamsituationen

  • EFK ist zeitoptimiert

  • EFK beachtet die Stärken des Einzelnen, ist auch teamkritisch und damit effektiv/li>



Hermann Kulzer
Master of Business and Administration
Wirtschaftsmediator (uni DIU)
Fachanwalt

Dresden, Berlin

0351 8110233
FaX 0351 8110244
mail: kulzer@pkl.com
mail (ipad): h.Kulzer@gmx.de

insoinfo
Verfasser: Hermann Kulzer, MBA Rechtsanwalt Unternehmensberater
 
27.10.2017 Industrie 4.0, Controlling, Kostenmanagement, Risikomanagement, Fördermittel für die Digitalisierung und Innovation
Information Industrie 4.0 Chancen und Herausforderungen

Industrie 4.0 ist die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen und industriellen Prozessen über das Internet. Intelligente Fabriken stellen nach Dampfmaschine, Fließband und Computer die vierte industrielle Revolution dar. Darüber handelt der nachfolgende kurze Beitrag.

1. Kurze Geschichte der industriellen Entwicklung
Nach der Mechanisierung durch die Dampfmaschine im 18. Jahrhundert folgte die Elektrifizierung im 19. Jahrhundert . Der Beginn der Automatisierung begann in den 1960ern- jetzt beginnt mit der Digitalisierung der Produktion die vierte Stufe der industriellen Entwicklung: Industrie 4.0.

Die technologische Basis dafür ist die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch eine umfassende Vernetzung.
Die Digitalisierung erfasst in der Form von Industrie 4.0 alle Bereiche der Wirtschaft- z.B. auch den Maschinen- und Anlagenbau, Deutschlands größten industriellen Arbeitgeber.

Es geht um die Vernetzung der Produktion und die Digitalisierung von kompletten Unternehmensprozessen. Dies bringt neue Anforderungen an die Unternehmen sowie deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit sich mit Chancen und neue Möglichkeiten- aber auch große Herausforderungen durch den Wegfall bzw die Umstrukturierung von vielen Arbeitsplätzen.

Wer mit der Digitalisierung nicht Schritt hält, hat wenig Chancen, auch in Zukunft zu bestehen – davon sind inzwischen fast alle Vertreter führender Industrieunternehmen in Europa überzeugt.

Für die Unternehmen ist es vor allem eine Möglichkeit, am Standort Deutschland international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Der digitale Wandel sei eine der großen Herausforderungen für Wirtschaft und Gesellschaft, formulierte es die Kanzlerin Merkel beim Tag der Deutschen Industrie. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werde sich entscheiden, ob Deutschland "vorne mit dabei sei oder abgehängt werde".


2. Controlling und Kostenmanagement
Das Controlling unterstützt die Unternehmensführung in einem dynamischen Prozess.
Industrie 4.0 steht für die industrielle Produktion der Zukunft. Die damit einhergehenden Veränderungen betreffen auch das Controlling.

Vor dem Hintergrund von kommenden neuen Wirtschaftsumbrüchen, eines erhöhten Wettbewerbsdrucks auf vielen Märkten, insbesonders eines aggressiven Preiswettbewerbs, einer immer weiter vom Markt geforderten Variantenvielfalt und steigender Produktkomplexität, gewinnen Instrumente des Kostenmanagements in vielen Branchen weiter an Bedeutung.
In vielen Branchen gibt es keine exakte Vor- und Nachkalkulation.

Auf Basis eines konsequenten Kostenmanagements könnnen die Unternehmen die absolute Kostenhöhe, die Kostenstruktur wie auch den Kostenverlauf aktiv beeinflussen, um die Kosten im Sinne der Unternehmenszielsetzungen - falls erforderlich -  zu senken, sowie das Unternehmen profitabler und krisenunanfälliger zu machen.

3. Risikomanagement
Risiken gefährden die Erreichung der unternehmerischen Ziele, sind jedoch untrennbar mit jeder wirtschaftlichen Betätigung verbunden. In der digitalisierten Wirtschaft entstehen neue, komplexe Risiken.

Das Risikomanagement in Unternehmen beinhaltet die Aufgabe, Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu bewerten und zu überwachen sowie Strategien und Maßnahmen zur Handhabung dieser Risiken zu planen, zu steuern und zu kontrollieren. 
Aufgabe des Risikocontrolling ist es, den Mitarbeitern des Unternehmens ein umfassendes Informationssystem zur Identifikation, Analyse, Bewertung und Überwachung von Risiken zur Verfügung zu stellen.

4. Risikoidentifikation
Bei der Risikoidentifikation geht es vor allem darum, schon möglichst frühzeitig Risiken, die zu potenziellen Unternehmenskrisen führen könnten, aufzudecken.
 
Es gibt externe und interne Krisenursachen:

4.1. Externe


  • Nachfragerückgang

  • Abhängigkeit von Hauptauftraggeber

  • Abwälzung Kostendruck der Kunden auf ihre Zulieferanten

  • Verteuerung Kreditzinsen

  • Verschlechterung Währungspolitik

  • Krieg oder Boykott in wichtigen Abnehmer- oder Bezugsländern

  • Streik

  • Mangel an qualifizierten Arbeitskräften



4.2. Interne


  • mangelnde kaufmännische Fähigkeiten

  • Verlust der Wettbewerbsfähigkeit durch Verkennen von Trends

  • Mangels Eigenkapital bzw zu hohe Privatentnahmen

  • Probleme z.B. Streit unter Gesellschaftern

  • unüberlegte Expansion zu teuere Anschaffungen

  • Planungsfehler

  • Ertragsverschlechterung

  • Betrug, Unterschlagung, Verschwendung, Spekulation

  • Führungsmängel

  • Überhöhte Lagerbestände

  • unzureichendes Rechnungswesen


 
5. Flexibiltät: Chance und Herausforderung

Industrie 4.0 bedeutet eine Fokussierung auf die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Software.

Die hohe Vielfalt der Produkte erfordert oft kleinere Produktionsmengen und eine hohe Flexibilität.

Noch schneller, effizient und individuell muss es sein.


Bisher war das in der Produktion von Konsumgütern ein klares „entweder - oder“.
Neue Hard- und Software macht eine neue Generation von Maschinen möglich, für die solche Gegensätze nicht mehr gelten.


Für Abfüll- und Verpackungsmaschinen galt lange die Regel:


1 Produkt = 1 Maschine.


Bestenfalls konnte man Maschinen aufwändig mechanisch auf andere Produkte umrüsten, auf Kosten langer, unproduktiver Rüstzeiten. 


Moderne Maschinenbauer nutzen jetzt Technologien, um eine radikal andere Idee von Flexibilität in die Tat umzusetzen: eine Maschine, die auch kleine Stückzahlen mit hoher Produktivität fertigt, weil sie sich schnell und einfach auf das nächste Produkt umrüsten lässt.


6. Neue Skills sind für  Industrie 4.0 erforderlich


Die neuen Herausforderungen macht eine Stärkung der soft-skills erforderlich für  Berufseinsteiger und Berufswechsler


Industrie 4.0 erfordert eine neue Produktionsorganisation:
erhöhte Flexibilität und weitere Individualisierung der Produkte.
Alle Prozesse und Bereiche der Unternehmen werden vernetzt und gehen ineinander über.
Die Arbeitnehmer benötigen neue, überfachliche Qualifikationen und sogenannte „soft skills“:



  • Teamfähigkeit


Mehr Teamfähigkeit durch die Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen eines Unternehmens.



  • Kommunikation


Mehr Kommunikation also auch Kommunikationsstärke und Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere Personen mit oft anderer Ausbildung und Hintergrund hineizuversetzen



  • Organisations- und Prozesskompetenz


Gefragt sein werden Personen mit ausgeprägter Organisationskompetenz und Prozesserfahrung. Die Fähigkeiten, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu lösen, sowie verschiedene Organisationseinheiten eines Unternehmens zu koordinieren, werden an Bedeutung gewinnen.



  • Interdisziplinäre Kompetenzen und Gesamtüberblick


Mitarbeiter benötigen spezielle Kenntnisse aber auch den Gesamtüberblick. Interdisziplinäre Kompetenzen sind stark gefragt



  • Lern- und Veränderungsbereitschaft


Der technologische Fortschritt wird sich durch Industrie 4.0 weiter beschleunigen. Daher ist es zunehmend notwendig, Wissen schneller zu aktualisieren. Wenn Fachwissen immer schneller veraltet, beeinflussen Fähigkeiten wie Lern- und Veränderungsbereitschaft den Unternehmenserfolg in weit höherem Maße als heute.Ein erster Studienabschluss kann nur der Beginn der kontinuierlichen Aneignung von Fachwissen sein. Da die Digitalisierung der industriellen Produktion ein kontinuierlicher Prozess ist, müssen Mitarbeiter regelmäßig weiterqualifiziert werden.



  • Motivation und Selbstverantworung


Motivation, Selbstverant­wortung, Veränderungsbereitschaft sowie Anpassungsfähigkeit sind zentra­le Schlüsselkompetenzen in Industrie 4.0. 



  • Konfliktfähigkeit


Unternehmen werden es sich nicht mehr leisten können, wenn Abteilungen nicht miteinander, sondern gegeneinander arbeiten und Konflikte nicht schnell beigelegt werden. Die Konfliktfähigkeit wird daher wichtiger Baustein der Qualifikation sein.



  • Ideenmanagement


Gute Ideen und Verbesserungsvorschläge dürfen nicht versauern, sie müssen schnell auf deren Durchsetzbarkeit überprüft werden. Neue Ideen sind wichtig und müssen daher gefördert


7. Fördermittel


Mit dem ERP-Digitalisierungs- und Innovations­kredit fördert z.B. die KfW:


den Finanzierungsbedarf im Zusammenhang mit einem Digitalisierungs- und Innovations­vorhaben



  • Investitionen

  • Betriebsmittel


den gesamten Finanzierungsbedarf innovativer Unternehmen



  • Alle Investitionen

  • Alle Betriebsmittel, unabhängig von einem konkreten Innovations- oder Digitalisierungs­vorhaben


Einige Beispiele für Digitalisierungs­vorhaben:



  • Vernetzung von ERP- und Produktions­systemen für die Produktion von Morgen 

  • Entwicklung und Implemen­tierung eines IT- und/oder Daten­sicherheits­konzepts, um Unternehmens­daten erfolgreich zu schützen und Cyber-Attacken abzuwehren

  • Digitale Plattformen, Apps und digitale Vetriebs­kanäle zum Aufbau digitaler Plattform­konzepte und des elektronischen Handels

  • Additive Fertigungs­verfahren wie 3D-Druck als neue innovative Produktions­methode in der Fertigung

  • Ausbau innerbetriebliche Breitband­netze für eine höhere Daten­übertragungs­rate im Unternehmen

  • und vieles mehr


Als innovatives Vorhaben gilt die Entwicklung neuer oder verbesserter Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen.


Mit dem ERP-Digitalisierungs­kredit fördert die KfW:


Mittelständische Unternehmen und Freiberufler, die als "digital" oder "innovativ" gelten und die seit mindestens 2 Jahren am Markt sind.


Ihr Unternehmen muss ein Innovations- oder Digitalisierungs­vorhaben durchführen oder mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllen:



  • Mehr als 20 % Wachstum pro Jahr bei Umsatz oder Beschäftigten­zahl im Durchschnitt der letzten 3 Jahre

  • Mindestens 10 % Betriebskosten­anteil für Forschung und Entwicklung in jedem der letzten 3 Jahre


        
Für Fragen und Hilfe stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt:

Hermann Kulzer MBA (Dresden)
Wirtschaftsmediator ( DIU Dresden)
Fachanwalt InsR, HR und GR

Dresden. Berlin. Augsburg

0351 8110233
kulzer@pkl.com

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Verfasser: Hermann Kulzer MBA, Wirtschaftsmediator, Fachanwalt
 
26.10.2017 Haftung für Altverbindlichkeiten bei Fortführung eines Unternehmens
Information

Die Fortführung eines Unternehmens durch einen Dritten kann zur Haftung für die Altverbindlichkeiten des Unternehmens führen.


Wann und wofür besteht eine Haftung ?



1. Kauf eines Unternehmens oder von Unternehmensteilen außerhalb eines Insolvenzverfahrens


Der Käufer eines Unternehmens haftet für die Altverbindlichkeiten, wenn er das Unternehmen in seinem wesentlichen Bestand unverändert unter der alten Firmenbezeichnung fortführt.
Die Haftung nennt sich in der Fachsprache: Fortführungshaftung und ist gesetzlich normiert in  § 25 HGB.


2. Kauf innerhalb eines eröffneten Insolvenzverfahrens


Innerhalb eines eröffneten Insolvenzverfahrens erfolgt oft der Verkauf eines sanierungsfähigen Unternehmens im Ganzen, da dieser meist eine höhere Masse erzielt als eine Zerschlagung mit Verkauf der einzelnen Sachwerte.


Gilt die oben beschriebene Haftung auch für den Kauf vom Insolvenzverwalter?
Nein.


Der § 25 HGB wird eingeschränkt ausgelegt. Er findet keine Anwendung, wenn der Insolvenzverwalter ein Unternehmen aus der Insolvenzmasse ganz oder in seinem wesentlichen Kern an einen Dritten veräußert.


3. Kauf vom vorläufigen Insolvenzverwalter

Wenn der Kauf vom Insolvenzverwalter den  § 25 HGB ausschließt, gilt das dann auch schon für den Kauf vom vorläufigen Verwalter oder wenn das Insolvenzverfahren mangels Masse gar nicht eröffnet wird?

Diese Frage musste der achte Zivilsenat des Bundesgerichtshofs im Jahr 2013 klären und er hat entschieden, dass § 25 HGB nicht ausgeschlossen ist, d.h. der Käufer haftet für die Altverbindlichkeiten.


Im Fall des Bundesgerichtshofs klagte ein in Italien ansässiges Unternehmen auf Zahlung eines Kaufpreises aus einem mit einer insolventen GmbH geschlossenen Kaufvertrag.
Die GmbH wurde im Handelsregister gelöscht, nachdem das Insolvenzverfahren wegen Vermögenslosigkeit eingestellt wurde.
Der Beklagte führte das Unternehmen fort als Einzelunternehmen.
Der Beklagte hatte mit dem Insolvenzverwalter keine Vereinbarungen getroffen.


Der Bundesgerichtshof verurteilte den Beklagten zur Zahlung.
Nach Ansicht des BGH ist die Fortführungshaftung nicht ausgeschlossen, wenn ein Unternehmen von einem vorläufigen Insolvenzverwalter erworben wird,  ohne dass es nachfolgend zur  Eröffnung des Insolvenzverfahrens kommt.
Die Fortführungshaftung besteht ebenso bei einem Erwerb eines Unternehmens nach der Nichteröffnung eines Insolvenzverfahrens mangels kostendeckender Masse.


4. Haftung auch für alte Steuern?


Die Haftung des Erwerbers bei Firmenfortführung nach § 25 Abs. 1 S.1 HGB für “alle im Betrieb des Geschäfts begründeten Verbindlichkeiten des früheren Inhabers” bezieht sich auch auf typische Betriebsteuern (Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Kfz-Steuern für Betriebsfahrzeuge).


Sie bezieht sich allerdings nicht auf auf die Körperschaftssteuer.


Wegen des inhaltlich identischen Wortlauts ist hierbei ein Haftungsumfang entsprechend zur Regelung des § 75 AO  heranzuziehen, was zu einer Begrenzung auf solche Steuertatbestände führt, die an den Betrieb eines Unternehmens anknüpfen.


Die Körperschaftsteuer ist als “Personensteuer” (§ 10 Nr. 2 KStG) nicht vom Haftungsumfang des § 25 Abs. 1 Satz 1 HGB erfasst.

Zwar führt die Körperschaftsteuer handelsrechtlich zu Betriebsausgaben der Kapitalgesellschaft (§ 275 Abs. 2 Nr. 18 und Abs. 3 Nr. 17 HGB); ebenfalls entspricht es ständiger Bundesfinanzhofsrechtsprechung, dass Kapitalgesellschaften -anders als Einzelunternehmen und Personengesellschaften- steuerrechtlich gesehen über keine außerbetriebliche Sphäre verfügen mit der Folge, dass alle Geschäftsvorfälle als Einkünfte aus Gewerbebetrieb behandelt werden (§ 8 Abs. 2 KStG, § 8 Abs. 1 KStG i.V.m. § 2 Abs. 2 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes).

Die Körperschaftsteuer der GmbH wird aber nicht “im Betrieb” begründet, sondern bezieht sich auf das gesamte von der Kapitalgesellschaft erzielte steuerpflichtige Einkommen(§ 8 Abs. 1, 2 KStG), vgl. Bundesfinanzhof, Urteil vom 6. April 2016 – I R 19/14


 


Wir haben schon zahlreiche Fälle des § 25 HGB prüfen und klären müssen.


Gerne stehen wir Ihnen für Fragen und eine professionelle Hilfestellung zur Verfügung.


 

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Verfasser: Hermann Kulzer, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt für InsR
 
18.10.2017 Aufsicht und Haftung des Geschäftsführers - Möglichkeiten der Absicherung
Information

Es gibt zahlreiche Aufgaben und Pflichten, die Vorstände, Geschäftsführer oder Aufsichtsräte kennen und berücksichtigen müssen/sollen.


Der Bundesgerichtshof führte in einer Entscheidung folgendes aus:


Der Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs verpflichtet, für eine Organisation zu sorgen, die ihm die zur Wahrnehmung seiner Pflichten erforderliche Übersicht über die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Gesellschaft jederzeit ermöglicht; verfügt er selbst nicht über ausreichende persönliche Kenntnisse, muss er sich gegebenenfalls fachkundig beraten lassen.


Es geht aber bei der Beratung und dem Coaching nicht nur um finanzielle Risiken.


Das bewußte Steuern von Chancen und Risiken ist wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung. Bei großen Gesellschaften wurde das Risikocontrolling auf Grund des Gesetzes zur Transparenz und Kontrolle von Unternehmen implementiert.  Gelebt wurde es in vielen Fällen jedoch nicht. Auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen ist ein Riskocontrolling erforderlich. Welche Risiken vorhanden sind, kann nicht der Geschäftsführer oder ein externer Experte alleine absehen. Es braucht hierzu mehrere Fachleute, die alle Jahre wieder sich ein Bild über die Risikolage machen:



  • Baufachleute 

  • Umweltexperte  

  • Versicherungsfachmann 

  • Marktexperten
     

  • Steuerberater/Wirtschaftsprüfer

  • Fachanwalt für Gesesllschaftsrecht

  • Fachanwalt für Insolvenzrecht 

  • Organisationsentwickler


1. Erfolgsfaktoren, Prinzipien und Aufgaben
1.1. Erfolgsfaktoren



  • Kompetenz des Geschäftsführers

  • Funktionen in der Gesellschaft 

  • Mission der Gesellschaft


1.2. Aufgaben



  • Sind die Ziele bekannt?

  • was alles wird wie organisiert?

  • Wie wird wann entschieden?

  • was wird und was muss kontrolliert werden?


1.3. Prinzipien



  • Ergebnisorientierung wohin?

  • Beitrag zum Ganzen- zu welchem?

  • Konzentration auf das Wesentliche- was ist das?

  • Vertrauen auf sich, Mitarbeiter und Externe: worauf ist Verlass?

  • Stärkenfokussierung: was sind ihre Stärken?

  • Positives Denken: "Das Glas ist halb voll" ua.


2. Konfliktverschärfungen abbauen:



  • Unklare Grenzen erkennen und abbauen

  • Fehlende Reflexion erkennen und einführen

  • Formale oder soziale Einseitigkeit erkennen und abbauen

  • Unpassendes Konfliktverständnis erkennen

  • Fehlendes Lernen in der Organisation und für einen selbst

  • Unklare Aufgaben

  • Fachlichkeit und Führung vermischt


3. Gefahren und Risiken einschränken
Wenn Sie Aufgaben oder Pflichten verletzen, kommt Druck von vielen Seiten.
Von den Gesellschaftern, Arbeitnehmern, dem Finanzamt, Kunden, Konkurrenten, Lieferanten.
Im worst case drohen:
Burnout, Krankheit, Scheitern der Beziehung/Ehe, persönliche Haftung/strafrechtliche Ermittlungen und Sanktionen.


4. Hilfe durch einen Berater oder Coach
Ein Berater oder Coach kann helfen, die Risiken zu erkennen, Vorsorge zu treffen oder die konkreten Krisen zu bewältigen- mit dem Geschäftsführer.
Dieser kann dadurch strafrechtlich relevantes Handeln oder die persönliche Haftung vermeiden- vorbehaltlich man kommt nicht viel zu spät.


Wikipedia, definiert den Begriff Coaching als den Prozess der Entwicklung von Fertigkeiten im Sport sowie im Beruf. Ein guter Coach muss ganzheitlich ausgebildet sein, viel Lebens- und Berufserfahrungen gesammelt haben, ein Stück Gelassesnheit verinnerlicht haben und weise sein. Er soll seine Erfahrungen aber niemanden aufdrängen und  dann beleidigt sein, wenn der Beratene es mal anders macht, als es ihm empfohlen wird.

Der Berater/ Coach soll Angebote für eine Verhaltensweise machen und Wege vorschlagen und versuchen den Gecoachten zu überzeugen, dass dieser Weg Vorteile hat und Chancen.


5. Was ist ein guter Coach?


-Begleiter von Unternehmern
-maßgeschneiderte Unterstützung von Geschäftsführern, Prokuristen, Führungskräften
-Lebensberatung im persönlichen Umfeld (persönliche Absicherung bei schiwierigen Situationen, -Krisen, Scheidung, Tod ua.)
-Ziel- und Lösungsorientierung
-Förderer der Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung
-Verbesserung des Wahrnehmens, Erlebens und des Verhaltens
-neutraler Diskussionspartner
-Prozessbegleiter, Sparringspartner
-Zuhörer, Ratgeber
-zeigt Alternativen
-entwickelt Optionen
-Lösungsstrategien prüfen


6. Qualifikationen und Tagessatz




  • Ausbildungen und Erfahrungen
    Studium der Rechtswissenschaften (Augsburg)
    25 Jahre Berufserfahrung als Rechtsanwalt, Verwalter, Coach
    Verhandlungstechnik nach Havard Konzept bei Eger (Schweiz)
    Fachanwalt für Insolvenzrecht (Berlin)
    Risikomanagement Management Circle (Berlin)
    Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht (Dresden)
    Master of Business and Administration Schwerpunkt Sozialmanagement (EHS Dresden)
    Zahlreiche Fortbildungen bei bekannten Trainern und Coaches, u.a. Friedrich Glasl (Österreich), Adrian Schweizer (Schweiz)
    Ausbildung zum Wirtschaftsmediator an der Dresden International University 2013






  • Tagessatz zwischen 1000 bis 2000 Euro, Stundensatz zwischen 200 und 300 Euro plus Mehrwertsteuer.
    Die Haftung wird in einer gesonderten Vereinbarung meist auf 1,5 Millionen Euro begrenzt, es sei denn, der Mandant wünscht eine höhere Haftungssumme, die dann gesondert über eine Versicherung abgeschlossen werden muss.




7. Vermeidung von persönlichen Haftungsrisiken
Zahlreiche Fälle in der Presse und Fernsehen haben gezeigt, wie schnell Vorstände ins Fadenkreuz geraten können mit dem Risiko der persönlichen Inanspruchnahme.
Selbst beiläufige Äußerungen in der Presse oder kleine Fehler von Managern können Existenzen gefährden - einschließlich die Familien der Beteiligten.
Nicht Angst oder Ignoranz sind Lösungen, sondern rechtzeitig richtige Informationen, Absicherungen und Hilfe zu organisieren.
Die Pflichten des Geschäftsführers wurden durch den Gesetzgeber, die Rechtsprechung und Literatur entwickelt. Eine zentrale Norm ist § 43 GmbHG.

Mögliche Pflichtverstöße:




  • Verstoß gegen gesetzliche Gebote oder Verbote




  • Überschreiten der Kompetenzen




  • Nichtbeachtung gesetzlicher Regelungen, insbesondere steuerrechtliche, kartellrechtliche, arbeitsrechtliche, gewerberechtliche und umweltschutzrechtliche Vorschriften




  • Verletzung der Pflicht zur sorgfältigen Unternehmensleitung




  • Verletzung der Pflicht zur Kooperation mit anderen Gesellschaftsorganen




  • Verletzung gegen Treuepflichten gegenüber der GmbH, insbesondere Verschwiegenheitspflicht und Loyalitätspflicht




  • Verletzung des Wettbewerbsverbots




  • Verspätete Aufstellung des Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs.1 




  • Missachtung der Vertretungsregelung der GmbH § 35




  • Fehlende Einberufung der Gesellschafterversammlung § 49 Abs.1 




  • Fehlerhafte Buchführung und falsche Bilanzierung




  • Verletzung der Insolvenzantragspflicht




  • Gläubigerbegünstigung in der Krise




  • Verschleierung von Vermögenswerten in der Krise




  • Nichtabführung der Sozialversicherungsbeiträge




  • Einkäufe in der Krise ohne Sicherstellung der Bezahlung




  • Einrichtung von schwarzen Kassen für Sonder- oder Auslandsgeschäfte u.v.m.




Alle Pflichten und Risiken kann ein Geschäftsführer/ Manager nicht kennen und beachten. 
Er kann/muss sich aber durch Spezialisten beraten und/oder coachen lassen.

8. Krisencoaching
Befindet sich Ihre Gesellschaft in einer Krise oder ist eine Krise absehbar, ist ein Coaching durch einen Krisenspezialisten sinnvoll. Der normale Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder Unternehmensberater hat im Alltag überwiegend mit  Gesellschaften bei "Sonnenschein" zu tun.
"Regen, Gewitter oder Sturm" kennen sie nur in Ausnahmenfällen.
Bergführer, die nie den Berg bei Unwetter erlebt haben, sind möglicherweise nicht die bestmöglichen Führer in Krisensituationen.  
Ich beschäftige mich seit Jahren mit Krisen - als Insolvenzverwalter und Berater.
Er wurde für Krisensituationen theoretisch ausgebildet und musste dann vor Erlangung des Titels zahlreiche praktische Fälle nachweisen. 
Der Fachanwalt für Insolvenzrecht kann daher ein qualifizierter Begleiter oder Coach sein in der Krise. 


9. Konfliktcoaching und -klärung
In Krisenzeiten gibt es auch Konflikte.
Diese müssen gelöst werden - schnell, leise, nachhaltig.
Als hochschulgebildeter und praxiserfahrener Wirtschaftsmediator kann ich Ihnen als Coach Hilfestellung leisten und ihnen helfen, neue Blickwinkel und Lösungsansätze zu finden und dadurch beitragen zur Konfliktklärung.


10. Unternehmensberatung/Coaching



  • Ergebnisfokussierte Klärung

  • Risikomanagement

  • Verbesserung von Prozessen

  • Nachhaltiges Führen

  • Betreuung bei Firmenkauf oder --verkauf

  • Unternehmensnachfolge ohne Streit

  • Erbauseinandersetzung ohne Zerschlagung von Vermögenswerten


11. Arbeitsweise



  • Ermittlung aller relevanten Tatsachen

  • Aufarbeitung des Sachverhalts (je nach Auftragsumfang- jedenfalls juristisch) 

  • Analyse der Risiken und  Kosten

  • Identifizierung erreichbarer Ziele und des notwendigen Weges dorthin 

  • Erarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen



Hermann Kulzer Coach 
Master of Business Administration (Dresden)
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Wirtschaftsmediator und Konfliktmanager (DIU Dresden International University)

0351 8110233
0160 97967664
kulzer@pkl.com 


 

insoinfo
Verfasser: Hermann Kulzer. MBA, Fachanwalt, Wirtschaftsmediator
 
12.10.2017 Gützold Modellbau GmbH Dresden / Zwickau: Gützold bleibt erhalten. Verkauf aller Maschinen und Werkzeuge.
Information Gützold Pressemitteilung Die Marke Gützold bleibt erhalten. Die Gützold Modellbau GmbH befindet sich seit fast 3 Jahren im Insolvenzverfahren und wurde vom Insolvenzverwalter, Hermann Kulzer, Dresden, fortgeführt. Am Produktionsstandort in Zwickauf wurden hochwertige Modelleisenbahnen gefertigt. Die Sanierungsmaßnahmen und die lange Investorensuche waren jetzt erfolgreich. Die fischer modell GmbH hat im Oktober 2017 alle beweglichen Vermögenswerte und die Rechte der Gützold Modellbau GmbH übernommen. Die Produktion in Zwickau und ein Großteil der Arbeitsplätze wurden dadurch langfristig gesichert. Alle Kunden und Mitarbeiter können sich jetzt auf viele neue Sondermodelle freuen. Dresden, den 12.10. 2017 insoinfo
Verfasser: Hermann Kulzer MBA Fachanwalt für Insolvenzrecht Insolvenzverwalter
 
 
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