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21.06.2019 Insolvenzverschleppung:Verletzung der Insolvenzantragspflicht und die Folgen
Information 1. Definition: Nicht rechtzeitig oder nicht richtig die Insolvenz zu beantragen, wird Insolvenzverschleppung genannt.
Eine Insolvenzverschleppung kann nur vorliegen, wenn eine Insolvenzantragspflicht besteht. Dies ist bei Kapitalgesellschaften dann gegeben, wenn ein Insolvenzgrund (Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung) vorliegt, der nicht spätestens innerhalb von drei Wochen beseitigt werden kann. Für eine natürliche Person normiert das Gesetz keine Insolvenzantragspflicht bei Vorliegen einer Zahlungsunfähigkeit.
Ebensowenig muss bei einer KG, die eine natürliche persönliche Person als Komplementär hat, die Insolvenz zwingend bei Vorliegen einer Zahlungsunfähigkeit eingeleitet werden. Die Geschäftsführerhaftung ist im Kern nicht eine Haftung für die unterlassene Verfahrenseinleitung, sondern eine Haftung für verbotene Unternehmensfortführung, vgl. Karsten Schmidt, Die GmbH in Krise, Sanierung und Insolvenz, 5. Auflage S. 1089.

2. Maßgebliche Rechtsnormen: §§ 15 a, 17, 19  InsO
§ 15 a (1) InsO verpflichtet den Geschäftsführer bei Vorliegen einer Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung zur Insolvenzeinleitung.
Die Antragspflicht entfällt seit BGH, 28.10.2008 - 5 StR 166/08 Rdnr. 21 ff. nicht, wenn bereits ein Gläubiger einen Antrag gestellt hat, vgl. Bittmann in Praxishandbuch Insolvenzstrafrecht, 2. Auflage, § 11, Rdnr. 20. m.v.N..
Eine andere Auffassung in der Kommentarliteratur vertritt folgendes:
Stellt ein anderer Antragsberechtigter (auch Gläubiger) einen zulässigen Insolvenzantrag, so ist die Tatbestandsverwirklichung ab diesem Zeitpunkt ausgeschlossen, da eine Gefährdung der Gläubigerinteressen insoweit ausgeschlossen ist. Aus Vorsichtsgründen sollte aber immer auch bei einem Fremdantrag der Eigenantrag geprüft werden. Unter Strafverteidigungsaspekten findet sich hier aber möglicherweise ein Angriffspunkt.
Nach § 17 InsO ist eine Zahlungsunfähigkeit bei jemandem dann anzunehmen, wenn
  • er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen

  • Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.

  • Die Überschuldung ist in § 19 Inso definiert. Sie liegt vor, wenn

  • das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt (mehr Passiva als Aktiva)

  • es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich

  • Die Fortführung muss in einer so genannten Fortführungsprognose ermittelt und  dargestellt werden, etwa durch einen Fachanwalt oder Wirtschaftsprüfer.


    3. Anmeldefrist und Führungslosigkeit
    Die Anmeldefrist beträgt höchstens drei Wochen. 
    Auch bei Führungslosigkeit der Gesellschaft besteht keine Ausnahme von der Anmeldepflicht.
     Bei der “führungslosen” Gesellschaft, also einer Gesellschaft ohne Geschäftsführer, ist dann ausnahmsweise jeder Gesellschafter, bei anderen Gesellschaftsformen mitunter auch jedes Mitglied des Aufsichtsrats zur Insolvenzanmeldung verpflichtet.

    4. Strafbarkeit
    Mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren wird bestraft, wer es als Geschäftsführer oder Liquidator unterläßt, bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung das Insolvenzverfahren zu beantragen;
    Beim fahrlässigen Handeln beträgt die Freiheitsstrafe höchstens ein Jahr. 
    Entgegen der häufigen Meinung hat man nicht immer 3 Wochen Zeit.
    Nicht 3 Wochen Zeit hat man in aussichtslosen Fällen der Sanierung.
    Das Gesetz regelt: muss nach "spätestens 3 Wochen", aber ohne schuldhaftes Zögern, den Antrag stellen.
    Bei Aussichtslosigkeit einer Sanierung muss daher sofort Insolvenz beantragt werden.

    5. Insolvenzantrag/Form
    Der Insolvenzantrag muss den formellen Voraussetzungen entsprechen, vgl. z.B.  § 13 S. 3 und 6 InsO.

    6. Tauglicher Täter
    Tauglicher Täter ist sowohl der (eingetragene) Geschäftsführer, als auch der faktische Geschäftsführer.
    Auch im Rahmen eines Liquidationsverfahrens hat der bestellte Liquidator die Insolvenzantragspflicht zu beachten und im Falle von Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit das Insolvenzverfahren zu beantragen.
     
    7. Sanktionen nach Ablauf der 3 Wochen-Frist
    Verstreicht die 3-Wochen-Frist, ohne dass Insolvenzantrag gestellt oder die Gesellschaft wieder saniert wurde, macht sich der Geschäftsführer strafbar.
    Neben der strafrechtlichen Sanktion kommt auch eine zivilrechtliche Haftung in Betracht. Handlungsverpflichtet ist bei der AG und der GmbH & CoKG der Vorstand bzw der Geschäftsführer. 

    8. Regelung in der Vergangenheit
    Die Insolvenzverschleppung ist heute in § 15a InsO geregelt.
    Diese zentrale Regelung löste die Regelungen aus den einzelnen Gesellschaftsrechtsgebieten (§ 130a HGB a.F., § 130b HGB a.F., § 82 GmbHG a.F.) ab. § 15 a ist rechtsformübergreifend, gilt also für die OHG genauso wie für die KG und die GmbH.

    9. Strafbarkeit auch bei gelungener Sanierung?
    Besteht die Strafbarkeit auch wenn die Sanierung später gelingt?
    Die Tatbestände der Insolvenzverschleppung sind auch dann erfüllt, wenn die Sanierung nach Überschreiten der dreiwöchigen Frist schließlich doch gelingen sollte. Strafgrund der Insolvenzverschleppung ist eine abstrakte Gefährung von Gläubigerinteressen, vgl. Häcker in Müller-Gugenberger/Bieneck, Wirtschaftsstrafrecht, § 96, Rdrn.20.

    10. Risken und Empfehlung
    Der Vorwurf Insolvenzverschleppung ist sehr ernst zu nehmen und birgt erhebliche strafrechtliche Folgen und zivilrechtliche Folgeansprüche. Wer wegen vorsätzlicher Insolvenzverschleppung verurteilt ist, darf nicht mehr Geschäftsführer sein.
    Unternehmer/ Geschäftsführer müssen daher in Krisensituation in jedem Fall umgehend entsprechende Beratung in Anspruch nehmen, soweit sie nicht die erforderlichen Spezialkenntnisse haben. Die Rechtsprechung fordert nicht, dass die/der Geschäftsführer/in in allen Bereichen studiert haben und qualifiziert sind.
    Sie fordert aber, dass man sich qualifzierten Rat holt und diesen dann auf Plausibilität überprüft.
    "Wusste ich nicht oder "konnte ich nicht" oder "war nicht zuständig", wären Antworten, die nichts bringen- auf jeden Fall keinen Freispruch.
    Bei der öffentlichen oder sozialen Unternehmen gibt es das Zusatzproblem, dass sich die Entscheidungsfindung nicht zwingend an juristischen und/oder wirtschaftlichen Argumenten orientiert. Der jeweilige Geschäftsführer ist aber gefordert, sich professionell beraten zu lassen und schnell und konsequent zu reagieren.
    Die Insolvenzverschleppungsverteidigung setzt käufmännisches Verständnis/Kenntnisse und Spezialkenntnisse im Insolvenz- und Strafrecht voraus.

    Hermann Kulzer MBA,
    Fachanwalt für Insolvenzrecht,
    Strafverteidiger bei Insolvenzdelikten




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    Verfasser: Hermann Kulzer MBA Fachanwalt für Insolvenzrecht
     
    20.06.2019 Vermögenserwerb von Todes wegen im Insolvenzverfahren(Wohlverhaltensphase)
    Information Dem Schuldner obliegt es in dem Zeitraum zwischen der Beendigung des Insolvenzverfahrens und dem Ende der Abtretungsfrist Vermögen, das er von Todes wegen oder mit Rücksicht auf eine künftiges Erbrecht erwirbt, zur Hälfte des Wertes an den Treuhänder herauszugeben.

    1. Es ist unbeachtlich, ob eine gesetzliche oder Erbfolge durch ein Testament oder einen Erbvertrag vorliegt.
    2. Der Schuldner muss die Hälfte des Wertes des Erlangten Vermögens an den Treuhänder herausgeben.
    3. Die andere Hälfte kann er für sich behalten und frei verfügen, Uhlenbruck InsO § 295 Rdnr. 21.
    4. Der Schuldner ist weiterhin zur Verfügung über den ganzen Vermögensgegenstand berechtigt, Uhlenbruck, § 295 Rdnr. 21.
    5. Die Ausschlagung der Erbschaft stellt keine Obliegenheitsverletzung dar.
    6. Die Ausschlagung der Erbschaft ist auch nicht anfechtbar durch den Insolvenzverwalter.
    7. Der Treuhänder hat bei Eintritt des Erbfalles keine unmittelbaren Ansprüche gegen den Erben bzw die Erbengemeinschaft, vgl Uhlenbruck InsO § 295 Rdnr. 28. Vielmehr tritt der Eintritt unmittelbar in der Person des Schuldners ein.
    8. Maßgeblich ist der Nettoerwerb des Vermögenserwerbs des Schuldners, also nach Abzug der Kosten, Belastungen und Verwertungskosten, vgl. Uhlenbruck a.a.O. § 295 Rdnr. 29.
    9. Der Treuhänder hat in der Wohlverhaltensphase stark eingeschränkte Rechte gemäß § 292 InsO. Die Aufgaben sind dort abschießend geregelt, dazu gehört nicht die Verwertung von sonstigem Vermögen, vgl Uhlenbruck a.a. O. § 295 Rdnr. 31.
    10. Das bedeutet, dass sich der Schuldner selbst um die Verwertung des Erbanteils zu kümmern hat und anschließend einen entsprechenden Geldbetrag an den Treuhänder auszuzahlen hat, BGH NZI 2013, 191; Müko InsO § 285 Rdnr. 25. Uhlenbruck § 295 Rdnr. 32 .
    11. Was passiert, wenn die Verwertung durch den Schuldner vor Erteilung der RSB nicht möglich ist?
    Das erläutern wir Ihnen gerne in einer professionellen Beratung durch einen Fachanwalt.




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    Verfasser: Hermann Kulzer MBA, Fachanwalt für Insolvenzrecht
     
    29.04.2019 Eisold Insolvenz: Hintergründe, Chancen, Risiken, Fragen
    Information
    Familienbäckerei und -konditorei Eisold meldet Insolvenz an.

    I. Sachverhalt
    Was macht das Unternehmen
    "Aus Liebe zum Handwerk und dem Besonderen" warb die Traditionsbäckerei Eisold und legte angabegemäß größten Wert auf Rohstoffe von exzellenter Güte, gepaart mit der handwerklichen Fertigung des Sortiments unter Einbindung zeitgemäßer Technik.

    Ein großes Anliegen war und ist es, das traditionelle Bäcker- und Konditorenhandwerk mit all seinen Facetten zu wahren. 

    Die Produktpalette reicht von Brot und Brötchen über Kuchen, Torten und Konditoreiwaren bis hin zu Pralinen, Feingebäcken, Baumkuchen, Eiscreme und dem Dresdner Christstollen.

    Es ist ein Familienunternehmen in vierter Generation mit einer starken regionalen Verankerung. Der Firmensitz liegt in Radeberg.

    Vor dort aus werden 20 Filialen in und um Dresden mehrmals täglich mit frischen Backwaren und Konditoreikreationen mit hohem Qualitätsanspruch beliefert. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen vier Cafés und Bistros in der Landeshauptstadt – u. a. das legendäre Café Toscana am blauen Wunder und das Schwarzmarkt Cafe in der Hauptstraße in Dresden.


    • Firmierung


    Das Unternehmen firmiert seit 1992 unter:
    Eisold KG Bäckerei - Konditorei - Café Robert-Blum-Weg 5a 01454 Radeberg.

    Bei einer KG gibt es einen persönlich haftenden Gesellschafter.

    Jörg Eisold übernahm 1992 die Geschicke von Vater Peter und führte das Familienunternehmen seither in dritter Generation als Eisold KG fort.


    • Geschäftliche Entwicklung


    Meister Helmut Eisold gründete die Bäckerei 1953 in Arnsdorf.
    1973 übernahm Peter, sein Sohn, das Unternehmen und erweiterte es.
    Seit 1992 leitet Jörg Eisold, der Enkel des Gründers, die Bäckerei.
    Er verlegte den Firmensitz nach Radeberg und baute dort eine moderne Produktion auf.
    Jörg Eisold errichtete in der Folgezeit ein Filialnetz aus 20 Filialen und Cafés.
    2008 wurde das Schwarzmarkt-Café in der Dresdner Neustadt übernommen.
    Clemens Eisold wurde vor zwei Jahren eingebunden und stellt die vierte Generation des Familienunternehmens dar.
    Er startete seine Hauptaktivitäten mit der Renovierung des Cafés Toscana.


    • Insolvenz im April 2019


    Die Bäckerei Eisold KG ist insolvent und meldet im April 2019 die Insolvenz beim zuständigen Insolvenzgericht in Dresden an.
    Das Insolvenzgericht setzt einen Gutachter und vorläufigen Insolvenzverwalter ein: Rechtsanwalt Christian Heintze von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff.
    Er gibt bekannt, dass er die Bäckerei fortführen und sanieren möchte, da es sich um ein Traditionsunternehmen mit exzellentem Ruf und treuer Kundschaft handeln würde.
    Die Löhne der 174 Mitarbeiter werden über Insolvenzgeld der Arbeitsagentur und dessen Vorfinanzierung durch eine Bank gesichert.


    • Ursachen der Insolvenz?


    Insolvenzgrund ist eine Zahlungsunfähigkeit, das heißt die liquiden Mittel reichen nicht mehr aus, um alle fälligen Verbindlichkeiten bedienen zu können.
    Ursache für die Zahlungsunfähigkeit sind angeblich hohe Finanzierungs- und Mietkosten einerseits Umsatzeinbußen infolge des hohen Wettbewerbs.


    • Sanierungsplan (möglicher Ablauf)


    -Analyse der Verhältnisse
    -Sicherung der Insolvenzgeldvorfinanzierung
    -Gespräche mit Gesellschaftern und potentiellen Investoren
    -Ermittlung unrentabler Geschäftsstellen und Reaktionsmöglichkeiten
    -Ermittlung der rentablen Geschäftsfelder
    -Prüfung der Erfüllungswahl bzw. Nichterfüllungswahl von Verträgen
    -Prüfung etwaiger Kostensenkungsmöglichkeiten
    -Prüfung etwaiger Haftungsansprüche der Gesellschafter und der Geschäftsführung und Realisierbarkeit der Ansprüche
    -Ermittlung etwaiger Massedarlehn durch Dritte
    -Prüfung möglicher Sanierungsbeiträge der Gesellschafter
    -Erstellung Restrukturierungskonzept
    -Ermittlung der Quotenaussichten im Falle eines Regelinsolvenzverfahrens
    -Prüfung der Möglichkeit einer Besserstellung der Gläubiger im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens
    -Erstellung Insolvenzplanentwurf
    -Absprache des Insolvenzplanentwurfs mit den maßgeblichen Gläubigern
    -Vorbereitung und Durchführung der Gläubigerversammlung
    -Erörterungs- und Abstimmungstermin über Insolvenzplan
    -Auszahlung der Quote laut Plan
    -Erlass der Schulden im Übrigen
    -Prüfung Sanierungsgewinn und Erlassmöglichkeit
    -Aufhebung des Insolvenzverfahrens



    • Übertragende Sanierung auf einen anderen Rechtsträger als Alternative


    - Prüfung potentieller Erwerbsinteressenten
    - nachteilige Dauerschuldverhältnisse (Mietverträge, etc.) auflösen,
    - Prüfung des arbeitsrechtlichen Betriebsübergangs (§ 613 a BGB) bei Übernahme
    - keine Haftung für Steuerschulden nach § 75 Abs. 2 AO
    - Ausschluss der Haftung nach § 25 HGB
    - Bewertung des Geschäftsbetriebes unter o. g. Prämissen
    - Kaufpreisfindung mit potentiellen Erwerbern
    - Veräußerung und Übertragung.



    II. Fragen und Hinweise eines Fachanwalts für Gesellschafts- und Insolvenzrecht


    • Warum wurde die Gesellschaftsform der KG gewählt?


    Die Kommanditgesellschaft (KG) dient als Personengesellschaft dem Handelsgewerbebetrieb und verfügt über mindestens zwei Gesellschafter. Dabei haftet mindestens ein Gesellschafter als Komplementär persönlich mit seinem gesamten Privatvermögen.
    Achtung: Der Komplementär haftet mit seinem gesamten Vermögen. Auf den Komplementär findet das OHG-Recht Anwendung, § 161 Abs. 2 HGB.

    Diese Konstellation ist ungünstig und im Falle der Insolvenz folgenschwer.

    Der Kommanditist ist der Gesellschafter, der nur mit seiner Einlage haftet (beschränkte Haftung).


    • Warum wurde die Insolvenz eingeleitet?


    Die KG hat keine Insolvenzanmeldepflicht wie eine GmbH, die nur mit ihrem Gesellschaftsvermögen haftet. Der Insolvenzverwalter muss das gesamte Vermögen des Komplementärs verwerten.
    Es ist unklar, ob dem Komplementär dies bewußt war.

    Die Insolvenzantragspflicht für Kapitalgesellschaftern ist in § 15a InsO geregelt.
    Diese Norm dient dem Schutz der Gläubiger von beschränkt haftenden Rechtssubjekten und allgemein zum Schutz des Rechtsverkehrs vor Schädigung.
    Es soll verhindert werden, dass sich einzelne gut informierte Gläubiger durch Einzelzwangsvollstreckungen besserstellen.
    Neben der Verhinderung eines solchen „Wettlaufs der Gläubiger″ soll die Insolvenzantragspflicht auch Insolvenzverschleppungen durch die geschäftsführenden Organe und damit eine Verkürzung der Insolvenzquote verhindern.

    Sanierungschancen sollen durch eine rechtzeitige Antragstellung erhalten werden.

    In rechtlicher Hinsicht ist die Insolvenzantragspflicht neben den Kapitalaufbringungs- und -erhaltungsvorschriften die Rechtfertigung für die Möglichkeit der Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen.

    Die Insolvenzantragspflicht besteht nur für  Mitglieder des Vertretungsorgans einer juristischen Person.

    Natürliche Personen sind nicht verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen.


    Das gilt auch, wenn diese ein Gewerbe betreiben oder freiberuflich tätig sind. Auch bei Personengesellschaften (OHG, KG, GbR) besteht grundsätzlich keine Insolvenzantragspflicht. Man muss daher nicht innerhalb der sogenannten Drei-Wochen- Frist nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit den Weg zum Insolvenzgericht antreten, sondern darf sich weiter um liquide Mittel oder beispielsweise um Stundungen mit den Gläubigern bemühen. Oft lassen sich diese klassischen Sanierungswerkzeuge nicht innerhalb von 3 Wochen erledigen. Im Fall einer GmbH oder AG wäre der Geschäftsführer/ Vorstand nach Ablauf der 3- Wochen- Frist aber bereits im Strafrechtsbereich der Insolvenzverschleppung.
    Natürlich darf man auch bei der KG nicht in der Krise Vermögenswerte beiseite schaffen. Die würde -unabhängig von der Gesellschaftsform - den Tatbestand des Bankrotts erfüllen.

    Eine Insolvenzantragspflicht besteht bei der KG nur, wenn die KG keinen voll haftenden Gesellschafter hat, was in der Praxis bei der GmbH & Co. KG der Fall ist. 




    • Warum ist keine Eigenverwaltung beantragt worden?



    Die Eigenverwaltung ist laut den §§ 270 ff. der deutschen Insolvenzordnung (InsO) die Möglichkeit eines Schuldners, die Insolvenzmasse unter Aufsicht eines Sachwalters selbst zu verwalten und über sie zu verfügen.

    Der eigenverwaltende Schuldner wird so gleichsam zum Insolvenzverwalter in eigener Sache.


    Seit einer Änderung der Insolvenzordnung im Jahre 2012 durch das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) findet diese besondere Spielart des Insolvenzverfahrens deutlich häufiger Anwendung.

    Gerade in mittleren und großen Insolvenzfällen hat die Eigenverwaltung inzwischen ihren festen Platz in der deutschen Insolvenz- und Sanierungspraxis gefunden.

    Warum nicht hier?


    Bei der Eigenverwaltung bleibt der Geschäftsführer also “am Ruder”.
    Er bestimmt weiterhin das 'Tagesgeschäft
    Der sogenannte Sachwalter hätte den Eigenverwalter kontrolliert.
    Im Gegensatz dazu hat der Komplementär jetzt die Fortführung und Sanierung in die Hände eines dritten Insolvenzverwalters gegeben.
    Ein Insolvenzverwalter hat aber keine fachspezifische Kompetenz- er ist kein Bäcker oder Backunternehmer. 


    • Der Insolvenzgutachter ist nicht der Berater des Unternehmers.


    Der Insolvenzgutachter- bzw Insolvenzverwalter muss die Interessen der Gläubiger bestmöglich vertreten.
    Dies gibt oft Interessenkonflikte: Was für die Gläubiger gut ist, ist nicht immer für den Unternehmer gut.

    Der Insolvenzverwalter ist nicht dazu da, die Verhältnisse der Gesellschafter, Geschäftsführer oder Komplementäre zu optimieren.
    Der Unternehmer braucht daher einen kompetenten, lebenserfahrenen Fachberater, der auf und an seiner Seite steht - unabhängig von den Gläubigern und vom Verwalter.

    Fazit: 
    Der Unternehmer braucht vor und nach Insolvenzeinleitung professionelle Unterstützung zum Beispiel durch einen Fachanwalt für Insolvenzrecht oder einen Unternehmensberater oder Steuerberater mit Sanierungserfahrung, die ihm helfen, seine Rechte und Chancen im Insolvenzverfahren bestmöglich zu wahren und strafrechtliche Verurteilungen zu vermeiden.
    Im Idealfall ist schon bei der Auswahl der Gesellschaftsform eine Risikovorsorge sinnvoll. Die KG oder eine GbR oder eine Einzelfirma sind für gute Zeiten geeignet- also für den "Sonnenschein"- im Falle der Krise oder Insolvenz sind sie oft unvorteilhaft.
      

    III. Steuerrechtliche Aspekte im Insolvenzverfahren


    Das Steuerrecht im Insolvenzfall spielt oft eine nicht unbedeutende Rolle für die pro oder contra Entscheidung zum Insolvenzplan.
    Dies ist darauf zurückzuführen, dass widerstreitende Interessen durch die Insolvenzordnung und das Steuerrecht verfolgt werden.
    Während die Insolvenzordnung die Gleichbehandlung aller Gläubiger im Insolvenzverfahren zum Ziel hat, gilt für das Steuerrecht der Grundsatz der Gleichmäßigkeit der Besteuerung, d.h. Steuerfestzung und Vollzug.


    Grundlegend ist beim Besteuerungsverfahren im Insolvenzfall zwischen Insolvenzforderungen und Masseverbindlichkeiten zu unterscheiden.
    Während Insolvenzforderungen durch quotale Befriedigung bedient werden sind Masseverbindlichkeiten im Vorfeld aus der Insolvenzmasse zu befriedigen.


    Im Allgemeinen sind folgende Steuerforderungen im Insolvenzverfahren zu unterscheiden:


    - Steuerforderungen aus vorinsolvenzlicher Tätigkeit
    - Steuerforderungen nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens
    - Steuerforderungen aus insolvenzfreier Tätigkeit des Schuldners.


    Die sich daraus ergebenden steuerlichen Auswirkungen dürfen nicht außer Betrachtung bleiben und sind immer anhand des Einzelfalles zu prüfen.


    Da die Besonderheiten eines Insolvenzverfahrens oft mit steuerrechtlichen Problemen einhergehen, sollte der Verfahrensweg im Insolvenzverfahren vorher unbedingt mit einem Steuerberater erörtert werden.


     


    Hermann Kulzer MBA
    Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
    Fachanwalt für Insolvenzrecht
    Wirtschaftsmediator
    8110233

    Ziffer III: steuerliche Aspekte und die Alternative 2 übertragende Sanierung stammen von:

    Steuerberater Lutz Schmidt,
    SLR Consilium Steuerberatungsgesellschaft mbH
    +49 351 810 360 10|
    post@slr-consilium.de

     


     

    insoinfo
    Verfasser: Hermann Kulzer MBA Fachanwalt und Lutz Schmidt, Steuerberater
     
    29.04.2019 Ein Fehler und das ganze Vermögen ist weg!!!
    Information Guten Tag, Herr Handwerksmeister,
    Guten Tag, Frau Kauffrau.

    Die Fälle Schlecker und Eisold haben eines deutlich gezeigt:

    Es gibt Gesellschaftsformen, die im Falle der Krise oder Insolvenz Nachteile gegenüber einer GmbH haben. Sie führen nämlich im Falle der Insolvenz zur vollen persönlichen Haftung.

    Dies trifft zu bei der Einzelfirma, der Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder bei der Kommanditgesellschaft:

    Natürlich möchte kein Unternehmer eine Insolvenz.
    Natürlich möchte man als Unternehmer nicht nur an Krisen oder Untergang denken.

    Es geht aber um Risikovorsorge.
    Man schnallt sich im Auto auch nicht an, weil man einen Unfall machen will.
    Man schnallt sich an, um im schlimmsten Fall, eine Chance zu haben, den Unfall heil zu überstehen.
    Anschnallen als Risikovorsorge.
    Auch bei dem Aufbau oder der Erweiterung eines Unternehmens sollte man rechtzeitig Vorsorge treffen.

    Man kann und muss sich Fragen stellen oder stellen lassen:



    • Was passiert mit meiner Familie, wenn mein Unternehmen in die Krise gerät?

    • Was passiert mit meinem Haus, wenn mein Unternehmen in die Krise gerät? 

    • Was passiert mit meiner Altersvorsorge, wenn mein Unternehmen in die Insolvenz gerät? 

    • Haftet meine Ehefrau für meine Schulden? 

    • Kann ich mich absichern gegen fahrlässige Fehler? 

    • Kann ich mich absichern bei Handeln mit bedingtem Vorsatz? 

    • Kann ich einen Strafrechtsschutz abschließen? 

    • Habe ich Mittel und Dokumente, mich im Fall der Fälle verteidigen zu können.


    Viele Fragen, die aber relativ schnell geklärt werden können.
    Ohne großen Aufwand. Ohne große Kosten.

    Ein Fehler im Leben und alles ist weg.

    Das lässt sich vermeiden.

    STARTEN SIE MIT IHRER RISIKOVORSORGE JETZT.
    Rufen Sie mich an.

    Hermann Kulzer MBA
    Fachanwalt für Insolvenzrecht
    Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
    Risikomanager
    insoinfo
    Verfasser: Hermann Kulzer 8110233 www.pkl.ocm; kulzer@pkl.com
     
    26.04.2019 Besser kommunizieren als sich verkriechen oder: Der Anwaltsmediator als Zuhörer und Helfer in schwierigen Situationen
    Information Viele haben große “Rucksäcke” zu tragen. 
    Den Alltag gut zu bewältigen, ist oft mit Höhen und Tiefen verbunden.
    Zum Beispiel, wer große Verantwortung in seiner Firma oder seinem Unternehmen trägt.

    Manche fühlen sich auf Grund einer wirtschaftlichen Krise oder eines schweren Konflikts überfordert.

    Sie meiden die Gesellschaft, kapseln sich ein,
    isolieren, vergraben, verschanzen , verkriechen oder betäuben sich.


    Man darf oder soll keine Schwächen zeigen - man möchte nicht jammern und Verwandte mit Sorgen belasten.

    Freunden möchte man sich nicht anvertrauen, weil man fehlende Vertraulichkeit fürchtet oder weil man dann auch das Gefühl hat, etwas zurückgeben zu müssen - was man nicht garantieren kann und möchte.

    Es gibt wenige Möglichkeiten, dass jemand in schwierigen Lebenslagen einfach mal zuhört - einem hilft, Dinge von einer anderen, neutralen Seite zu betrachten.

    Manche suchen sich einen Coach oder Psychologen.
    Andere gehen einige Tage ins Kloster.
    Wieder andere finden Mittel, die ihnen übergangsweise scheinbar helfen, aber neue Probleme mit sich bringen- also nicht nachhaltig helfen.

    Versuchen Sie es doch mal mit einem Gespräch mit einem Anwaltsmediator (Anwalt und ausgebildeter Mediator) der Ihnen nur für Sie da ist und Ihnen zuhört.

    Mediatoren sind ausgebildet im Zuhören, kennen das
    "innere Team" und sollen nichts entscheiden oder einen mit Tipps oder Ratschlägen zutexten.
    Mediatoren helfen, dass es verschiedene Sichtweisen geben kann.

    Anwaltsmediatoren helfen Wege (wieder) (klarer)zu sehen.

    Sie können diese gehen - müssen es aber nicht.

    Ich bin Mediator, Fachanwalt, Master of business and administration.  
    Ich habe einen systemischen, fachlichen und menschlicben Ansatz.

    Schwerpunkt meiner Mediationsausbildung war das Konfliktmanagement und die Wirtschaftsmediation.

    Der Mediator soll normalerweise bei Konflikten zwischen zwei Personen oder Parteien als neutraler Dritter helfen, dass die Streitparteien oder "Konfliktpartner” selbst Wege zu einer sachgerechten Lösung finden.

    Der Mediator kann sich aber auch nur einer Person widmen, die Hilfe sucht. 

    Der Mediator kann dieser Person helfen, ihre Krise oder ihren Konflikt zu bewältigen.

    Da sein und Zuhören und - wenn der Wunsch besteht- Fragen stellen, um mehr oder besser zu verstehen, was passiert. 

    Wege hinterfragen und andere Wege aufzeigen, ist ein möglicher Gesprächsverlauf.

    Es gibt keine festen Abläufe oder Regeln: Nur Sprechen, Zuhören, Fragen.

    Ich arbeite als Anwaltsmediator und professioneller Berater auf Stundensatzbasis.

    Der Stundensatz des Mediators entspricht bei mir dem Stundensatz als Fachanwalt
    (üblicherweise ca. 200 Euro netto). Es gibt auch mal einen pro bono Fall oder Fälle, die auf Grund der Belastung und Bedeutung mehr kosten.

    Oft dauern solche Gespräche nicht länger als 2 Stunden.

    Oft sagen die Betroffenen half es.

    Beim Anwaltmediator ist die Vertraulichkeit garantiert.
    Es besteht die anwaltliche Verschwiegenheitsverpflichtung und das Verbot widerstreitende Interessen zu vertreten. Auch der Mediator muss Vertraulichkeit und Unabhängigkeit garantieren

    DAS BIETE ICH:

    - Vertraulichkeit
    - nicht zu viel Psychologie
    - viel Lebenserfahrung als Mensch
    - Praxis mit schwierigen Situationen als Fachanwalt für Insolvenzrecht
    - Zuhören
    - Ausbildung nach dem Havard Konzept (sachgerechter Lösungsansatz)
    - unversitäre Ausbildung aus Mediator
    - preiswerte Leistung

    Ich höre Ihnen zu im Rahmen eines Spazierganges an der Elbe
    Ich höre Ihnen zu - wenn Sie wollen - bei mir im Büro.
    Ich höre Ihnen zu - wenn Sie wollen - bei Ihnen.

    Hermann Kulzer
    MBA
    Fachanwalt
    Wirtschaftsmediator

    Glashütterstraße 101 a
    Dresden

    Kulzer@pkl.com

    0351 8110233
    insoinfo
    Verfasser: Hermann Kulzer MBA, Fachanwalt, Mediator
     
     
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